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 Der Schloßberg von Flossenbürg

 

Von weither sichtbar ist die einstige Grafen-, Kaiser- und Herzogburg Flossenbürg auf ihrer Felsenkuppe aus Granit, dem Flossenbürger Schloßberg. Sie ist heute Wahrzeichen des Ortes und des Naturparks Nördlicher Oberpfälzer Wald. Geologisch gesehen ist der Schloßberg eines der schönsten Beispiele in Mitteleuropa für die Ausbildung eines "Schalendomes", damit eine ganz besondere Lokalität im Bayerisch-Böhmischen Geopark. Der Schloßberg ist Naturschutzgebiet.

 

Der grandiose Ausblick von der Burganlage zeigt den Landschaftskontrast zwischen Flossenbürger Granitmassiv, flachwelliger Hügellandschaft westlich davon und bei klarer Sicht das Vorland mit dem Parkstein. Nach Norden sehen wir den Steinwald.

 

 

 

 

Links ........................

Gemeinde Flossenbürg

KZ-Gedenkstätte Flossenbürg

 

Tipps..........................

Burg- und Steinhauermuseum

Geo-Tour Granit

 

Geologische Information I

 

Das Flossenbürger Granitmassiv ist eines von drei großen Granitgebieten, die in NW-SE-Richtung verlaufen und Fortsätze des Falkenberger Granitkörpers sind (Leuchtenberger Granit, Flossenbürger Granit und Bärnau/Rozadov-Granit). Der Aufstieg der granitischen Schmelzen gegen Ende der Variskischen Gebirgsbildung erfolgte für diese Granitmassive zwischen 305 und 315 Millionen Jahren.

 

Der Flossenbürger Granit unterscheidet sich vom Leuchtenberger Granit durch ein gröberes, vom Falkenberger Granit dagegen durch ein gleichkörnigeres Erscheinungsbild, dem die auffällig großen Feldspat-Einsprenglinge fehlen.

 

Flossenbürger Granit [Bild größer]

 

      

  

     

Granitabbau in Flossenbürg

 

Etwa seit 1769 wird Granit in Flossenbürg nachweislich gewerblich abgebaut, seit etwa 1870 siedelte sich eine Granitindustrie an. Diese brach den Stein in vielen Steinbrüchen, so auch am Schlossberg. Die Anfänge des Granitabbaus reichen aber bis in die Mitte des 17. Jahrhunderts zurück.

 

Granit ist ein schwer zu bearbeitender Fels. Der zwiebelschalenförmige Aufbau des Schloßberges erleichterte den Abbau. Das Gestein lag nahe an der Oberfläche und abgebrochene Blöcke rutschten auf den Bankungsflächen nach unten.

 

Flossenbürgs Granitvorkommen führten 1938 zur Gründung des Konzentrationslagers Flossenbürg. Neben privaten Unternehmen unterhielt auch die Deutschen Erd- und Steinwerke (DESt) einen Betrieb in Lagernähe. Dieser befand sich am Wurmstein, einer dem Schlossberg benachbarten Granitkuppe.

 
    Granitabbau am Schloßberg um 1910

 

Geologische Information II

 

Die zwiebelschalige Absonderung des Granits am Schloßberg ist wie an vielen anderen Stellen der Oberpfalz oft als ein Ergebnis von Kontraktionsrissen bei der Abkühlung des Granits gedeutet worden.

Diese Ansicht ist heute überholt. Tatsächlich handelt sich um so genannte Druckentlastungsrisse (-klüfte). Diese sind dadurch entstanden, dass der Granit in Jahrmillionen durch Abtragung aus mehreren Kilometern Tiefe bis an die Oberfläche gekommen ist. Durch die Entlastung konnte er sich ausdehnen (bis über 1% seines Volumens). Da der Granit keine Vorzeichnungen, wie zum Beispiel eine Schieferung, besitzt, entspannte er sich entsprechend des vorhandenen Reliefs.

 

Am Schlossberg von Flossenbürg war dieses Relief zunächst eine flache Kuppe, die sich eher zufällig gebildet hatte. Die ersten (äußeren) Zwiebelschalen entstanden nahe unter der Kuppenoberfläche (in Tiefen von weniger als 50 Metern). Nun war die äußere Form der Kuppe auch durch die ersten Schalen festgelegt, an sie passten sich nachfolgend auch die Verwitterungsprozesse an. Mit zunehmender Freilegung des heutigen Granitkerns des Schlossberges durch die natürlichen Verwitterungsprozesse platzten mehr und mehr der zwiebelförmigen Bankungsflächen - angepasst an die Reliefform - auf. Viele der Bankungsflächen dürften übrigens auch erst mit dem Abbau des Granits am Schlossberg aufgegangen sein.

 

Typisch ist, dass die Bankungsflächen nahe an der Oberfläche sehr eng beieinander liegen und mit zunehmnder Tiefe immer größere Abstände haben. In einer Tiefe von rund 50 Metern sind sie in aller Regel verschwunden.

 

Achten Sie bei Ihrem Besuch in Flossenbürg darauf: Das Einfallen der Bankungsflächen dreht sich rund um den Schloßberg. Diese Erscheinung können wir aber auf jeder Granitkuppe machen, nur ist das Phänomen am Flossenbürger Schloßberg durch den ehemaligen Abbau am schönsten zu beobachten.

 

 

 

Entstehung des Schalendoms

Flossenbürg [Bild größer]

 

Flossenbürger Schloßberg mit Burgweiher

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

       

Der "Weg des Granits"

 

Der "Weg des Granits" führt Sie rund um den Schloßberg: Neben zwei alten Steinbrüchen mit Bruchsteinhalden finden Sie am Burgweiher den Nachbau einer Steinhauerhütte, Eisenloren und Muster der Granitbearbeitung. Bis in die 1960er Jahre wurde der Granit am Schloßberg gebrochen und weltweit exportiert. Verwendung fand er als Naturwerkstein, Bodenbelag, Grabmalstein, Grenzstein und vieles mehr. Für den rund 1.8 km langen Weg sollte man ca. 1,5 Stunden einplanen. Ergänzt wird der "Weg des Granits" durch das Steinhauermuseum in Flossenbürg.

 

Infotafel auf dem "Weg des Granits"

 

 

 

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