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 Der Serpentinit von Waldau bei Vohenstrauß

 

Der Serpentinit von Waldau

 

Serpentinite sind durch mineralogische (metamorphe) Umwandlungsprozesse aus Gesteinen hervorgegangen, die man als Peridotite bezeichnet. Diese Peridotite kommen ursprünglich im oberen Erdmantel (!) vor. Man findet sie oder die aus ihnen hervorgegangenen Gesteine an der Erdoberfläche daher nur dort, wo sie durch gebirgsbildende Prozesse aus dem Erdmantel in die Erdkruste verschuppt wurden. Aus diesem Grunde besitzen Serpentinite meist auch viele glänzende Oberflächen mit auf ihnen deutlich sichtbaren Bewegungsspuren.

 

 

Reisen Sie hin!

Relikte eines alten Ozeans

Die Serpentinite von Waldau gehören in einen Verband mit Amphiboliten, die wiederum aus Basalten eines Ozeanbodens hervorgegangen sind. Die einstigen Peridotite gehörten vor rund 500 - 600 Millionen Jahren zum Erdmantel unterhalb der ozeanischen Erdkruste eines längst verschwundenen Ozeans. Verschwunden ist dieser Ozean durch Annäherung der im Erdaltertum bestehenden Kontinente Laurasia und Gondwana bzw. deren Kollision im Rahmen der variskischen Gebirgsbildung. Dabei wurden die Mantel- und Ozeanbodengesteine zwischen den Kontinentblöcken in den Gebirgsbau eingeschuppt.

 

Woraus besteht Serpentinit?

Der charakteristisch grüne Serpentinit besteht aus Serpentinmineralen. Das ist eine ganze Mineralgruppe, zu denen unter anderem Antigorit (Blätterserpentin) und Chrysotil (Faserserpentin, = Asbest) gehören. Entstanden sind diese Mineralien aus Olivin, ein eisen- und magnesiumreiches Silikatmineral.

 

Die Burg Waldau ruht auf dem Serpentinit-Härtling.

 

Woher kommt der Name "Serpentinit"?

Der Gesteinsname "Serpentinit" leitet sich ab aus dem Lateinischen (lat. serpens, = Schlange). Der Name bezieht sich auf die Ähnlichkeit der glänzenden Oberflächen des Serpentinits mit einer Schlangenhaut.

 

 

Nährstoffarmut auf Serpentingesteinen

Serpentinit ist ein ungünstiger Standort für Pflanzen. Das Gestein enthält einerseits in Spuren einige auf die Pflanzenwurzeln giftig wirkende Schwermetalle oder hohe Konzentrationen an Magnesium, andererseits fehlen wichtige Nährstoffe wie zum Beispiel Kalium, Calcium oder Natrium. Auf Serpentinitgesteinen finden sich daher häufig seltene Pflanzen, die sich aufgrund ihrer Anpassung an die besonderen Standortbedingungen gegenüber anderen Pflanzen behaupten können, an anderen Standorten von ihrer Konkurrenz schon längst verdrängt worden sind.

   
     

Burg Waldau

Auf dem Serpentinit-Härtling ruht die Waldauer Burg. Erstmals erwähnt wurde sie 1224 und war Sitz der Herren von Waldau, die zeitweilig recht raue Gesellen gewesen sein müssen. Ausführliche Informationen dazu finden Sie unter www.heimat-now.de (externer Link).

 

   
 

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