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 Der Nusshardt - Granitfelsengruppe zwischen Schneeberg und Seehaus

 

Nusshardt (Naturschutzgebiet) 

 

"Zwischen der Hohen Farmleiten und diesem gewaltig hohem Schneeberg gegen Bischofsgrün zu steiget der Nußhardt in die Höhe welches ein rauhes und fast unüberwindliches Klippengebürge ist so freylich einem, der es ersteigen will harte Nüsse aufzubeißen giebet..." Pachelbel 1716

 

Die markante Felsengruppe des Nusshardt (Bild 1) liegt auf dem Höhenzug zwischen Seehaus und Schneeberg [Karte]. Zu erreichen ist sie zum Beispiel über den Parkplatz an der B 303 (Seehaus) über das Seehaus oder von Vordorfermühle aus (ebenfalls über das Seehaus).

 

Vom Seehaus aus geht es zunächst über ein Stück einer felsenlosen Hochfläche, aus der sich nach rund 700 m Wegstrecke markante Felsgebilde herausheben. Man kann sich gut vorstellen, wie diese Felsengruppe vor Jahrmillionen eine flache Landschaft imposant überragt haben könnte.

 

Der Nusshardt selbst wird aus einem der Fichtelgebirgsgranite aufgebaut. Der Anstieg des Weges hinauf in die Felsengruppe und weiter zum Nusshardt führt zunächst aber durch ein ganz anderes Gestein. Dieses ähnelt nur im ersten Augenblick einem Granit. Auf den durch viele Wandererstiefel glattpolierten Trittflächen fallen in diesem Gestein große Feldspäte auf, die von der Schieferung des Gesteins umflasert werden [Bild 2 größer]. Oft werden die Feldspäte durch die Schieferung wie von Augenlidern "umflossen", so dass das Gestein gerne auch als Augengneis bezeichnet wird. Das Gestein ist der Wunsiedler Orthogneis, wobei die Bezeichnung "Ortho..." darauf hinweist, dass es sich ursprünglich einmal um einen Granit gehandelt hat. Dieser ehemalige Granit ist jedoch sehr viel älter als die Fichtelgebirgsgranite und war - wie seine Verschieferung zeigt - bereits vor der variskischen Gebirgsbildung vorhanden. Oft kann man im Gestein erkennen, dass bei seiner plastischen Verformung in großer Tiefe (> 10 km) die Feldspäte um ihre eigene Achse rotiert sind.

 

Nach einigen Metern erreicht man die eigentliche Felsengruppe des Nusshardt (972 m NN; Bild 1, 3). Markant sind die rundlichen Formen der Felsen, die wie Walfischrücken aussehen. Viele Granitblöcke liegen jedoch nur scheinbar ungestört übereinander. Oft sind sie verstürzt und bilden regelrechte Höhlen. Durch eine (die Nusshardtstube, Bild 4) kann man den Weg nach oben, hinauf auf die Felsengruppe, suchen. Einfacher geht es aber über die Treppe.

 

Oben angekommen lohnt es sich, den Blick rundherum schweifen zu lassen (Bild 5): Schneeberg mit Haberstein, Ochsenkopf mit Weißmainfelsen, zwischen beiden das breite Tal, durch das die B 303 führt. Richtung Südwest ist über den sagenumwobenen Fichtelsee hinweg Mehlmeisel zu erkennen (Bild 5).

 

Auch der Blick auf die Felsengruppe des Nusshardt ist vom Gipfel aus interessant. Schnell lässt sich erkennen, dass die Felsengruppe durch die Einwirkung von Verwitterung und Schwerkraft langsam zerfällt (Bild 6). 

 

Auf dem Gipfel des Nusshardt finden sich einige so genannte "Druidenschüsseln" (Bild 8). Dies sind wannenartige Vertiefungen im Gestein, die häufig als heidnische religiöse Opferwannen gedeutet worden sind. Mit diesen Vertiefungen wurde auch der Name des Nusshardt in Verbindung gebracht. Er soll sich - so einige Autoren - von der Flussgöttin der Deutschen, Nussa (Nocca) ableiten. Tatsächlich handelt es sich um natürliche Verwitterungsmulden im Granit wie sie auch an vielen anderen Stellen im Fichtelgebirge zu beobachten sind. Auch der Name "Nusshardt" (oft in der Literatur auch "Nossert" oder "Nussert") ist einfacher zu erklären: "Nusser" oder "Nosser" ist vermutlich von Nußhäher abzuleiten und "hardt" oder "hart" bedeutet so viel wie Wald.

 

Goethe auf dem Nusshardt

 

Bekanntester Besucher des Nusshardt ist wie so mancherorts im Fichtelgebirge Johann Wolfgang von Goethe. Mit seinen Reisebegleitern Karl Ludwig von Knebel und Friedrich Gottlieb Dietrich wanderte er bei seinem ersten Aufenthalt im Fichtelgebirge (30.6.1785 - 3.7.1785) am 1. Juli 1785 von Wunsiedel über Leupoldsdorf und Seehaus zum Ochsenkopf. Auf dem Rückweg ging es wieder über das Seehaus und von hier aus zum Nusshardt. In Knebels Reisebericht heißt es hierzu: "Das vortreffliche Granitgebäude von breiten, größeren und kleineren, horizontalen Massen, mit dazwischen vorkommenden senkrechten Spaltungen zeigt sich daselbst, und mag vielleicht nur von den auf dem Rudolphstein übertroffen werden, zu dem wir uns aber nicht mehr hinwagten, weil heftige Gewitter die Hälfte des Himmels belagert hielten, und uns den weiteren Heimweg hätten versperren können." 

 

 

Fotos von oben nach unten:

 

1 Nusshardt

2 Wunsiedler Orthogneis

3 Nusshardt

4 Nusshardt-Stube

5 Blick über Fichtelsee nach Mehlmeisel

6 Der Zerfall des Nusshardt-Felsens

7 Blick nach Südwesten Richtung Mehlmeisel

8 "Opferwannen" am Gipfel des Nusshardt

 

 

 

 

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