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 Geopunkte in der Region Karlovy Vary (Karlsbad)

 

Sehr geehrte Nutzer dieser Seite!

Hier erstellen wir zurzeit für Sie die Informationsseite zu den rund 40 Geopark-Lokalitäten im tschechischen Teil des Geoparks (Region Karlsbad). An einem Großteil dieser Lokalitäten sind bereits Informationstafeln aufgestellt worden.

Über den Link MAPY.CZ leiten wir Sie auf die tschechische Version von Google maps weiter. Dort haben wir die Lage der Tafeln auf wenige Meter genau eingetragen. Nutzen Sie auch die Luftbilder (Fotomapa).

Abertamy    

Abertamy (Abertham) entstand als Bergarbeitersiedlung. In der Mitte des 16. Jahrhunderts war das Bergbaurevier einer der wichtigsten Silberlagerstätten in Böhmen, die schon ab Ende des 16. Jahrhunderts an Bedeutung verlor. Nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte sich in Abertamy ein wichtiger Uran-Bergbau. Zwischen 1946 - 1965 entstanden in diesem Zusammenhang über 50 km Stollen. Direkt in der Stadt befanden sich die Schächte Jeroným und Albrecht.

 

Gegenwärtig zählt Abertamy aufgrund seiner malerischen Lage am Fuß des Berges Plešivec zu den beliebten Erholungszentren und erlebt in den letzten Jahren einen neuen Aufschwung. An der Erneuerung der örtlichen Kulturdenkmäler beteiligen sich in bedeutendem Umfang auch die ehemaligen deutschen Einwohner.

  

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Hřebečná (Hengst bzw. Hengstererben)

   

Hřebečná (ursprünglich Hengst, später Hengstererben) ist aus einer Bergbausiedlung hervorgegangen. Abgebaut wurde bereits seit dem 14. Jahrhundert eine reiche Zinnlagerstätte. Im Bergbaurevier "Am Vorderen Hengst" wurden Zinnerze aus 15 Hauptgängen gewonnen. Das Zinn wurde aus ca. 60 m Tiefe gefördert, ausnahmsweise aus bis über 100 m. Im 16. Jahrhundert lieferten die Gruben am Vorderen und Hinteren Hengst durchschnittlich über 50 Tonnen Zinn jährlich, d.h. doppelt so viel wie in Horní Blatná und viermal mehr als in Boží Dar.

 

Über die Ausmaße des einstigen Bergbaus zeugen bis heute riesige Pingen, die durch Zusammenwirkung von über- und untertägigen Abbau entstanden. Die größte ist die ca. 250 m lange, bis zu 50 m breite und 30 m tiefe Rote Grube (Georgspinge). Es ist die größte bekannte Pinge in Tschechien.

Der Bergbaugeschichte und weiteren interessanten Themen ist ein Lehrpfad in der Umgebung von Hřebečná gewidmet.

 

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Boží Dar

   

Mit ihrer Lage in 1028 m Meereshöhe ist Boží Dar die höchstgelegene Siedlung in Mitteleuropa. Ihre Entstehung geht auf den Zuzug von Bergarbeitern Ende des 15. Jahrhunderts zurück. Bedeutend waren der Silber- und Zinnbergbau. Nach dem 30-jährigen Krieg kamen Kobalt und Arsen hinzu. Nach 1945 wurde vor allem Uran abgebaut.

 

Nach dem Zweiten Weltkrieg war Boží Dar nahezu entvölkert. Die Lage hat sich nach 1971, als in der Nähe ein Grenzübergang eröffnet wurde, etwas geändert. Nach 1990 wurde Boží Dar wieder zu einem bedeutenden Touristenzentrum für Winter- und Sommersport.

 

Weitere besondere Sehenswürdigkeiten: St.-Anna-Kirche mit zinnernem Taufbecken, spätklassizistisches Rathaus.

  

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Ryžovna (dt. Seifen)

   

Ryžovna entstand an der Stelle einer Bergbausiedlung, die zu Beginn des 16. Jahrhunderts auf reichen Zinnvorkommen gegründet worden war. Das Zinnerz wurde durch Waschen (Seifen) gewonnen. Später richtete sich der Bergbau auf Silbererzgänge. Neben Silber hat man auch Wismut gewonnen. In den Jahren 1946 – 1959 wurden hier auch 1,4 Tonnen Uran gefördert.

 

Die Landschaft um Ryžovna ist von mehreren Basaltvorkommen geprägt, die vor 35 - 17 Millionen Jahren entstanden sind. Diese bilden auffällige Erhebungen, wie z. B. den Božídarský Špičák, Plešivec u. a.. Aus Basalt besteht auch der Kamm zwischen Ryžovna und  Hřebečná. Das Gestein ist in einem aufgelassenen Steinbruch gut erschlossen, dort kann man auch modellartig ausgebildete Abkühlungssäulen (Basaltsäulen)beobachten. Der Basalt gehört zu einer größeren Lavadecke, die über älteren Schottern und Sanden ausgeflossen ist. Diese tertiären Sedimente sind Äquivalente zu Gesteinsschichten im Erzgebirgsvorland (im Egergraben). Zur Zeit ihrer Ablagerung gab es das Erzgebirge in seiner heutigen Form noch nicht. Dieses hat sich erst in geologisch junger Zeit gehoben.

 

Bis zum Zweiten Weltkrieg standen in Ryžovna über 80 Häuser, eine Schule und eine Kirche. Im Ort lebten damals mehr als 400 Einwohner. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Gemeinde, bis auf einige Häuser, dem Erdboden gleich gemacht. In den Jahren 2005 – 2006 führte die Stadt Boží Dar mit finanzieller Unterstützung der Europäischen Union und des Karlsbader Bezirkes eine Rekonstruktion der alten Sennhütte durch, in der sich heute eine Käserei, Pension und Gaststätte befinden. Die Besucher können hier die regionalen Milch-Spezialitäten von Kühen und Schafen probieren, die auf den umliegenden, unbelasteten Kräuterwiesen weiden.

 

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Čistá (Bad Lauterbach)

   

Nordwestlich der Wüstung Čistá (Bad Lauterbach) liegt die ehemalige Zinngrube Hieronymus (Jeroným), die bereits1548 urkundlich erwähnt wurde. 1551 erhielt Čistá das Bergrecht und die Privilegien einer Bergstadt.

 

Die Grube Hieronymus lieferte während ihrer gesamten Geschichte schätzungsweise 500 –  700 Tonnen Zinn. Sie war damit nie so reich und bedeutend wie andere Bergwerke in der Region, dafür ist sie aber in ursprünglicher Gestalt erhalten geblieben. Im zentralen Bereich der Grube befindet sich eine beeindruckende Abbaukammer aus dem 16. Jahrhundert. Einige der Abbaukammern erreichen 30 m Länge, 10 m Breite und bis zu 8 m Höhe. In etlichen Räumen sind Wände und Decken durch den beim Feuersetzen entstandenen Ruß schwarz gefärbt. An den Wänden finden sich zahlreiche Kerben und Abbauspuren durch Schlägel und Eisen.

 

Im Februar 1990 wurde die Grube Hieronymus  zu einem staatlich geschützten Kulturdenkmal erklärt. Gegenwärtig wird daran gearbeitet, sie der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

 

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Tagebau Družba in Sokolov

   

Die Grube Družba ist ein Tagebau auf Braunkohle. Ihre Anfänge gehen in das 17. Jahrhundert zurück, seit dem 19. Jahrhundert wurde sie für die industrielle Nutzung der Kohle im größeren Maße ausgebeutet. Zu einem großen Aufschwung der Förderung kam es nach der Fertigstellung der Eisenbahn von Nordböhmen nach Eger im Jahre 1871. Die Kohle diente nicht nur als Energielieferant, sondern wurde auch in den Brikett- und Chemiefabriken weiterverarbeitet. Aus der an Wachs reichen Sokolover Kohle wurden u. a. Ruß zur Farbenherstellung, Erdwachs, Teer, Leichtöl und Koks erzeugt.

 

Zum Ende des Zweiten Weltkriegs waren in der Umgebung von Sokolov 39 untertägige Bergwerke und 15 Tagebaue im Betrieb. Die untertägigen Gruben wurden nach und nach geschlossen und zunehmend der Abbau im Tagebau ausgedehnt. Der Abbau erreichte 1983 mit über 23 Millionen Tonnen Kohle seinen Höhepunkt. Gegenwärtig wird nur noch in den Tagebauen Jiří und Družba gefördert. Durch den Bergbau wurden in der Region ca. 50 km2 Fläche beeinträchtigt.

 

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Sandgrube Erika (Sokolov)

   

Die Grube Erika ist unter Wissenschaftlern international bekannt für ihre gut erhaltenen Pflanzenreste aus dem Alttertiär (Eozän; Staré-Sedlo-Schichten). Die fossile Pflanzengemeinschaft weist Merkmale eines immergrünen Regenwäldes der subtropischen Zone auf. Zu den typischen Baumarten gehören unter anderem Zimtbäume (Daphnogene cinnamomea), ein Vorgänger der Eiche (Eotrigonobalanus furcinervis), Lorbeerbäume (Laurus), Gagel (Myrica) und fächerblättrige Palmen (Sabal). Die Sandgrube Erika zeigt eines der am Besten in der Region erschlossenen Profile der Staré-Sedlo-Schichten.

 

Die aufgelassene Sandgrube stellt nicht nur ein wichtiges Geotop, sondern auch ein wertvolles Feucht- und Wasserbiotop dar.

 

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Horní Blatná (dt. Platten) - Lehrpfad

   

Horní Blatná gehörte in der Vergangenheit zu den bedeutendsten Zinnlagerstätten in Böhmen. Das Zinn hat man in der Umgebung wahrscheinlich bereits seit dem 14. Jahrhundert gewaschen. Das Zinnerz Kassiterit (Zinnstein) wurde aus sandartig verwitterten Ausbissen zinnsteinführender Gänge gewonnen. Neben Zinn wurden auch Silber und Eisen gewonnen.

 

Die Blütezeit des Zinnbergbaus dauerte bis zum Ende des 16. Jahrhundert. Der anschließende Verfall wurde hauptsächlich durch eine gesamteuropäische Wirtschaftskrise und durch die Erschöpfung der seichten, leicht zugänglichen Lagerstättenbereiche verursacht. Schwere Rückschläge erlitt der Bergbau auch durch den Dreißigjährigen Krieg 1618 - 1648, die Auswanderung der protestantischen Bergleute nach Sachsen, Pestepidemien und wiederholte Hungersnöte. Im 17. Jahrhundert waren im Revier nur noch Zinnseifen im Betrieb.

 

Das wichtigste Bergwerk am Blatenský vrch war die Grube „Wolfgang“, die bereits 1532 im Betrieb stand. An ihrer Stelle befinden sich heute die Pingen „Vlčí jáma“ (Wolfspinge) und „Ledová jáma“ (Eispinge), die durch den Abbau der Greisengänge „Wolfgang“ und „Georg“ von der Erdoberfläche und unter Tage entstanden. Die Grube wurde durch den Laurenzi-Stollen unterfahren, der seit 1749 als Gemeindestollen vorgetrieben wurde. Weitere bedeutende Gruben waren „Conrad“ und „Gabriel“ nördlich der Stadt. Sie wurden 1790 und 1809 stillgelegt. Nach dem Ende des Bergbaus siedelten sich verschiedene Heimhandwerke an, insbesondere die Spitzenklöppelei, die Herstellung von Löffeln aus verzinntem Blech, die Handschuhmacherei und das Drehen von Schmuckdosen.

 

Der Lehrpfad widmet sich insbesondere der Bergbaugeschichte. Er führt an der Wolfs- und Eispinge vorbei.

 

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Blatenský vrch (dt. Plattenberg) - Aussichtsturm

   

Der Plattenberg (1043 m ü.d.M.) ist eine bewaldete Bergkuppe im Gebiet der Gemeinde Potůčky (dt. Breitenbach). Der Berg wird vom Granit des Plattener Massivs aufgebaut, der in der Umgebung auch Felsen, Blöcke und blockigen Schutt bildet. An den Granit sind Zinnlagerstätten gebunden, die seit dem Mittelalter abgebaut wurden.

 

Der Aussichtsturm auf dem Plattenberg ist der am höchsten gelegene von den vier Aussichtstürmen im zentralen Erzgebirge. Mit seinem Bau wurde bereits 1912 begonnen. Der 21 m hohe Turm ist aus Stein und Holz gebaut. Lohnend ist der Aufstieg über die 85 Treppenstufen. Der Rundsicht zeigt die höchsten Gipfel des Erzgebirges: Keilberg (mit Aussichtsturm und Fernsehsender), Fichtelberg, Božídarský Špičák sowie Plešivec und Tisovský vrch (beide mit Aussichtstürmen).

 

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Horní Slavkov (dt. Schlaggenwald)

   

Horni Slavkov geht auf auf eine Bergarbeitersiedlung zurück, die unweit einer älteren 1335 durch Schlacko (Slávek) von Riesenburg gegründet wurde. Während der Herrschaft des Geschlechts der Pflugs von Rabenstein zwischen 1494 - 1547 gehörte Horní Slavkov (Schlaggenwald) dank seiner reichen Zinn- und Silberbergbaus zu den bedeutendsten Bergstädten seiner Zeit. 1547 wurde Horní Slavkov zu einer königlichen Bergstadt erhoben.

 

Mit der fortschreitenden Erschöpfung der Erzvorräte, in Folge des Dreißigjährigen Kriegs und der Gegenreformation, ging der Bergbau seit dem 17. Jahrhundert zurück. Danach trug vor allem das Handwerk zur wirtschaftlichen Bedeutung des Ortes bei (Zinngießerei, Töpferei und Ofensetzerei). 1792 entstand in Horní Slavkov die erste tschechische Porzellanfabrik, die durch ihre Erzeugnisse mit dem Markenzeichen Haas & Czjzek weltweite Bekanntheit erlangte.

 

Im 20. Jahrhundert wurde der Bergbau in der Umgebung von Horní Slavkov erneut aufgenommen – neben Zinn, Wolfram und Kupfer stand kurzzeitig die Förderung von Uran im Vordergrund (1948 - 1963).

 

Von historisch bedeutenden Gebäuden sind erhalten: die St.-Georg-Kirche, die kirchlichen Bauten in ihrer Umgebung und eine Gruppe alter Bürgerhäuser in der Straße Pluhova (Pflug Straße). In einem von ihnen befindet sich das städtische Museum mit Ausstellungen zum Bergbau, der Mineralogie  und zum Handwerk sowie mit Exponaten aus der Produktion der Porzellanmanufaktur.

 

In der Nähe des Museums, unmittelbar unter der St.-Georg-Kirche, befinden sich alte Brauereikeller, die durch Erweiterung der Stollen einer mittelalterlichen Silbergrube entstanden sind.

 

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Das Stadtmuseum in

Horní Slavkov

© www.geopark.cz

 

 

Links:

Horní Slavkov

 

 

Horní Slavkov (dt. Schlaggenwald) - St.-Georgs-Kirche

   

Der Reichtum von Horni Slavkov während der Blütezeit des Silber- und Zinnbergbaus im 16. Jahrhundert spiegelt sich in der Architektur seiner Baudenkmäler wider. Der besondere Charakter der im Renaissancestil erbauten Stadt, praktisch unberührt durch spätere architektonische Stile, blieb bis Mitte des 20. Jahrhunderts erhalten, wurde nach dem Zweiten Weltkrieg jedoch weitgehend zerstört.

 

Die spätgotische St.-Georg-Kirche stammt aus der Zeit um 1520. Die Kirche war ursprünglich befestigt, wie es die erhaltenen Schießscharten belegen, und wurde im 18. Jahrhundert barock umgebaut. Neben der Kirche steht ein spätgotischer Glockenturm aus dem Jahr 1540, der im Jahr 1686 umgebaut wurde.

 

In der Kirchenstraße (Kostelní ulice) steht die Säule der Heiligen Dreifaltigkeit aus der Zeit um 1700. Die barocke Hospitaliterkirche St. Anna am nordwestlichen Stadtrand stammt aus dem Jahr 1728 und wurde auf noch älteren Fundamenten gebaut. Auf dem Platz und in der Pflug-Straße (Pluhova ulice) sind einige Spätgotik- und Renaissance-Bürgerhäuser erhalten geblieben, darunter das bedeutendste Renaissance-Denkmal der Stadt, das so genannte Pflughaus aus den Jahren 1510 - 1512.

 

Erwähnenswert ist eine vollständig erhaltene Wohnsiedlung aus den 1950er Jahren, die ein Beispiel der komplexen Errichtung einer Bergstadt im Stil des sozialistischen Realismus ist. Paradoxerweise wurde damit die Entwicklung des architektonischen Gesichtes der Stadt als Bergbaustadt abgeschlossen, diesmal jedoch des Bergbaues auf Uran.

 

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Horní Slavkov - Caspar-Pflug-Erbstollen

   

Das Schlaggenwalder Zinn war im 16. Jahrhundert europaweit von großer Bedeutung. Bereits im 13. Jahrhundert waren die Zinnseifen weitgehend erschöpft und man begann den untertägigen Abbau. Um die Lagerstätten zu erschließen, teuften die Bergleute senkrechte Schächte ab und trieben waagerechte oder geneigte Stollen vor.

 

Mit Fortschreiten des Abbaus in größere Tiefe war es notwendig, die Gruben zu entwässern. Das Grundwasser wurde entweder abgepumpt oder durch speziell zu diesem Zweck angelegte Stollen abgeleitet. Die Entwässerungsstollen dienten allen anliegenden Gruben und wurden über Generationen hinweg vorgetrieben (daher Erbstollen).

 

Im Jahr 1539 hat man mit dem Vortrieb eines Stollens zur Entwässerung der Gruben zwischen Horní Slavkov (Schlaggenwald) und Krásno (Schönfeld) begonnen. Die Arbeit wurde von Caspar Pflug, reichen Bürgern und Gewerken finanziert. 1587 erreichte der Stollen nach 48 Jahren Bauzeit und mit 3.393 m Länge das Zinnrevier "Huber Stock". Bereits Ende der 1580er Jahre gehörte er mit 5.800 m zu den längsten böhmischen Grubenbauten. 1655 erreichte der Stollen eine Gesamtlänge von 5.920 m, er liegt bis zu 117 m unter der Erdoberfläche. Der Pflug-Erbstollen diente noch im 20. Jahrhundert zur Entwässerung der Uranbergwerke.

 

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Joachimsthal - Freilicht-Bergbaumuseum (geplant)

   

Joachimsthal (Jáchymov) gilt als die Wiege des modernen Bergbaus, der Metallurgie, der Geologie und Mineralogie. In seinen Lagerstätten wurden im Laufe seines Bestehens Silber, Buntmetalle und nach dem Zweiten Weltkrieg Uran abgebaut.

 

Gegenwärtig kann man an der Stelle des zukünftigen Freilichtmuseums die ersten Ergebnisse der Mitglieder des Bergbauvereins "Barbora" begutachten. Es wurde der erste Teil des Stollens „Nr. 1“ aufgewältigt und gesichert. Der Stollen wurde am 1. Juli 1952 angelegt und ist 260 m lang. Er hat einige Abzweigungen, die zu den Abbauorten führen. Gleich am Anfang des Stollens befindet sich nach 11 m ein Tor, zusammengeschweißt aus Schienen, und nach weiteren 14 m ein zweites Tor aus Wasserleitungsrohren. Diese Tore sollten im Bergwerk eingesetzte Gefangene an einer Flucht hindern. Im weiteren Verlauf wird geplant, etwa 40 m Höhenunterschied zu überwinden und auf die Sohle des Stollens „Hohe Tanne“ zu gelangen. Dieser Stollen ist 120 m lang und stammt aus der Zeit des mittelalterlichen Silberbergbaus.

 

Das zukünftige Freilichtmuseum wird eine Ausstellung zur Bergbautechnik, eine Nachbildung eines kommunistischen Gefangenenlagers und ein funktionstüchtiges Modell eines Berggöpels sein. Entlang des Freilichtmuseums führt der Lehrpfad „Joachimsthaler Hölle“, entstanden durch die Initiative des Bergbauvereins mit Unterstützung durch die Konföderation der politischen Gefangenen und des tschechischen Tourismusverbandes. Der Lehrpfad ist 8,5 km lang.

 

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Doubí - Slavkovský les (Landschaftsschutzgebiet)

   

Das Landschaftsschutzgebiet Slavkovský les (Kaiserwald) ist ein einzigartiger Landschaftskomplex, der hoch über der Marienbader Senke, das Egerer Becken und dem Sokolovbecken emporragt und nur im Südosten einen allmählichen Übergang zur Hochebene von Tepl aufweist. Die höchsten Gipfel sind Lesný (983 m) und Lysina (982 m) im Südwesten. Der Kaiserwald ist zum Großteil mit Fichtenwäldern bestanden, von den ursprünglichen Buchen- und Buchen-Tannenbeständen sind nur kleine Reste erhalten. Die ausgedehnten Waldkomplexe bilden, zusammen mit Torfmooren, ein wichtiges Wasserreservoir mit günstigem Einfluss auf das Wasserregime der gesamten Umgebung, einschließlich der westböhmischen Kurorte.

 

Am Nordrand tritt in den Kaiserwald der Fluss Eger (Ohře) ein. Seine tiefe Schlucht im Granitmassiv zwischen Loket und Doubí gehört zu den schönsten Naturlandschaften der Karlsbader Region.

 

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Hory – Fundstelle der Karlsbader Zwillinge

   

Die nach Elbogen (Loket) abfallende Hochebene des Kaiserwaldes (Slavkovsky les) und die Felder südwestlich von Suk (Hornberg) sind Fundstellen der Karlsbader Zwillinge. Es handelt sich dabei um gesetzmäßig miteinander verwachsene Feldspatkristalle, die während der Kristallisation des Granitmagmas entstanden sind. Typisch sind die sich gegenseitig durchdringenden Kristallindividuen.

 

Bei seinen geologischen Forschungen beschäftigte sich auch Johann Wolfgang Goethe mit den Karlsbader Zwillingen. Bereits 1807 beschrieb er diese mineralogische Besonderheit in einer gesonderten Abhandlung über die Mineralien der Karlsbader Umgebung.

 

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Kladská (Glatzen)

   

Die Ortschaft Kladská (Glatzen) wurde 1875 vom damaligen Grundbesitzer, dem Grafen Otto Friedrich Schönburg-Waldenburg, gegründet. Den Mittelpunkt bilden ein Jagdschloss und weitere, in einer schweizerischen Bergstilarchitektur errichtete Gebäude. Die Siedlung wird von einem Park mit zahlreichen Ziergehölzen umgeben.

 

Kladská bietet den Besuchern nicht nur die Möglichkeit, sich einer stilvollen Jagd- und Naturumgebung zu erholen, sondern auch ungestört die Geschichte und die Naturschätze des Kaiserwaldes (Slavkovský les) kennenzulernen. In der Nähe des Parkplatzes und der Bushaltestelle beginnt ein Lehrpfad, der am Rande des Torfmoors Tajga in einen unberührten Bereich des Nationalen Naturreservats Kladské rašeliny (Glatzener Moor) führt.

 

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Krásno (Schönfeld)

   

Die Bergstadt Krásno (Schönfeld) entstand an der Stelle einer alten Bergarbeitersiedlung. Die ältesten erhaltenen Urkunden stammen aus den Jahren 1341 und 1355. In diesen Urkunden erteilen die Besitzer des Petschauer Herrschaftsguts, Schlacko und Borsso von Riesenburg, erteilen das Recht auf Zinnwaage und Berggericht.

 

In der Umgebung von Krásno befanden sich die führenden europäischen Zinnbergwerke des 16. Jahrhunderts. In der Blütezeit zwischen 1500 - 1620 wurden im Kaiserwald über 40 Tausend Tonnen Zinn, d. h. etwa 2/3 der gesamten böhmischen Produktion, gewonnen. In diesem Zeitraum verdrängte das böhmische Zinn für einige Jahrzehnte sogar die traditionellen englischen Produzenten von den westeuropäischen Märkten. Nach 1620 ging die Förderung des Zinns jedoch zurück und im 19. Jahrhundert kam es sogar zu einem Verfall der gesamten Zinngießerei und zum Aufschwung der Porzellanherstellung.

 

Nach 1945 wurde der Zinn- und Wolframabbau in Krásno erweitert. Es kam zudem zu einem kurzzeitigen Aufschwung des Uranbergbaus. An der Jahrtausendwende trat ein neuer, zukunftsträchtiger Rohstoff in Erscheinung, der Keramikfeldspat, der im Tagebau Vysoký kámen abgebaut wird.

 

An die Bergbautradition erinnern heute das Bergbaumuseum und zahlreiche Bergbaudenkmäler in der Umgebung. Auf dem Krásenský vrch steht ein steinerner Aussichtsturm mit äußerer, spiralförmiger Treppe. Unter dem Aussichtsturm führt eines der bedeutenden technischen Denkmäler, der Floßgraben (Dlouhá stoka), ein über 24 km langer, künstlicher Kanal, der seit dem 16. Jahrhundert zum Holzflößen und zur Versorgung der Zinngruben mit Wasserkraft diente.

 

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Dlouhá stoka („Langer Kanal“) - Der Flößgraben

   

Die Wälder des Kaiserwaldes sind für ihren Reichtum an Bodenschätzen berühmt. Es war vor allem das Zinn, das in den Flussablagerungen konzentriert (in den so genannten Seifen) wohl bereits in der Mitte des zweiten Jahrtausends v. Chr. gewaschen wurde. Seit dem 13. Jahrhundert hat man das wertvolle Metall auch aus den Felsmassiven selbst, den Primärlagerstätten, gewonnen. Zu einer raschen Entwicklung des Abbaus der Lagerstätten kam es am Ende des 15. Jahrhunderts; zu dieser Zeit begründeten die Gruben den Wohlstand der Bergsiedlungen Schönfeld (Krásno) und Schlaggenwald (Horní Slavkov).

 

Die wachsenden Betriebe benötigten ausreichend Wasser und Holz. Das Wasser trieb die Berg- und Aufbereitungseinrichtungen an, das Holz diente zum Ausbau der Bergwerks- und Grubenräume, zur Erzgewinnung durch Feuersetzen, zur Herstellung von Holzkohle und auch unmittelbar als Brennholz.

 

Im Jahr 1530 wurde von dem Schlaggenwalder Markscheider Rossmeisl der Verlauf eines künstlichen Grabens vermessen, der ursprünglich Flößgraben hieß und gegenwärtig als Stoka („Kanal“) oder Dlouhá stoka („Langer Kanal“) bezeichnet wird. Die Aushubarbeiten dauerten sechs Jahre, bis 1536. Der Zweck des Grabens war zweierlei: Erhöhung der Wasserzufuhr ins Schlaggenwalder Tal und Transport von Holz aus den Wälder von Königswart (Kynsperck).

 

1533 erließ der Gutsherr Johann Pflug von Rabenstein das erste schriftliche Reglement zur Nutzung des Wassergrabens. Diese Vorschrift wurde am 24.4.1535 durch eine neue Verordnung ersetzt, in der die Bedingungen für die Wasserverteilung, gesteuert durch die Hauptschleuse Na Dílcích über Krásno, genau festgelegt waren. Der Flößgraben hatte damals eine beeindruckende Gesamtlänge von 24,2 km. Das System wurde weiter vervollständigt und Ende des 16. Jahrhunderts bestand es aus einem über 30 km langen Netz aus Kanälen, das 52 Erzmühlen versorgte. Zu dieser Zeit war der Flößgraben ca. 2 m breit und 1 m tief, hatte ein Gefälle von 0,35 – 0,83 m auf 100 Meter und in seinem gesamten Verlauf gab es 35 Brücken und 14 Schleusen. Bestandteil des Baus war auch ein System von 10 großen Bergteichen mit über 7 Hektar Gesamtfläche.

 

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Krásenský vrch

   

Der Berg Krásenský vrch mit 777 m Meereshöhe ist einer der markantesten Punkte des Kaiserwaldes. Das Gebiet hat den Charakter einer alten flachen Landoberfläche ohne große Reliefunterschiede (Peneplain), aus der ausgedehnte, bewaldete Hügel herausragen. Der Kaiserwald geht nach Südosten allmählich in die Tepler Hochebene über, nach Westen überragt er steil den Tachover Graben, nach Nordwesten das Egerbecken und nach Norden das Sokolovbecken. Die ausgedehnten Waldbestände und Torfmoore bilden ein riesiges Wasserreservoir mit günstigem Einfluss auf den Wasserhaushalt der weiten Umgebung, vor allem der westböhmischen Bäder. Zur Erhaltung dieser Funktion wurde 1974 ein Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen.

 

In den Jahren 1933 - 1935 wurde am Krásenský vrch ein steinerner Aussichtsturm errichtet, der insbesondere wegen seiner spiralenförmigen Außentreppe interessant ist. Der Aussichtsturm ist 25 m hoch und bei schönem Wetter sind von hier aus der Erzgebirgskamm, das Duppauer Gebirge, die Tepl-Ebene und die höchsten Gipfel des Kaiserwaldes zu sehen.

 

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Sehenswerter Aussichtsturm am Krásenský vrch

Krásno (Schönfeld) - Bergbaumuseum

   

Das Bergbaumuseum in Krásno befindet sich an der Stelle der historischen Zinngrube „Wilhelm“, die bis in die 1920er Jahre in Betrieb war. Im Areal befinden sich das Fördergebäude mit Turm, der Maschinenraum, das Gebäude zur Erzaufbereitung, Werkstätte, Pforte und Trafostation.

 

Das Hauptgebäude des Museums diente im 18. und 19. Jahrhundert als Aufbereitungsanlage für die Zinnerze. Das Bergbaumuseum umfasst insgesamt 13 Gebäude und Objekte.

Neben dem stählernen Förderturm gehört zu den attraktivsten Exponaten des Museums die Dampfmaschine der Grube „Maria“ aus dem Jahr 1897.

 

Dargestellt werden im Museum die Geschichte des Erz- und Kohlebergbaus, die Mineralogie und Geologie des Kaiserwaldes, die mittelalterliche Grube „Hieronymus“ in Čistá (Lauterbach) sowie die Grundlagen der Geschichte der Erzaufbereitung.

 

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Das Karlsbader Thermalgebiet

   

Das Karlsbader Thermalgebiet gehört zu den weltweit bedeutendsten und bekanntesten, thermal- und mineralwasserführenden geologischen Strukturen. Die Quellen entspringen in einer tektonischen Schwächezone der Erdkruste, die im Norden durch die Randbrüche des Sokolovbeckens und im Süden durch Ausläufer eines tertiären Basaltergusses begrenzt wird. Außerhalb dieser ca. 1,6 km langen und 150 m breiten Zone wurden bislang weder Thermalquellen noch Austritte von gasförmigem Kohlendioxid (CO2) beobachtet. Die Quellen sind in einer Linie angeordnet, die zwischen dem Hochberger-Steg im Dvořák-Kurpark und der Beethoven-Büste vor dem Sanatorium Richmond verläuft.

 

Das gemeinsam mit dem gasförmigen Kohlendioxid zutage tretende Thermalwasser hat eine hohe Temperatur (bis 72° C) und weist eine besondere chemische Zusammensetzung auf. Der Gehalt an gelösten Stoffen ist in den einzelnen Thermalquellen, bis auf wenige Ausnahmen, sehr ähnlich. Unterschiedlich sind jedoch die Temperatur und somit auch der Gehalt an gelöstem Kohlendioxid. Die Heilwirkung des Karlsbader Wassers wird verstärkt durch pharmakologisch wirksame Substanzen, die in untergeordneten Konzentrationen oder in Spuren enthalten sind.

 

Die Anwendungsgebiete der Karlsbader Heilwässer sind vielfältig: Störungen des Verdauungssystems, Stoffwechselerkrankungen, Diabetes, Gicht, Übergewicht, Parodontose, Erkrankungen des Bewegungsapparates, Leber-, Gallen-, Gallengang- und Pankreas-Erkrankungen sowie onkologische Leiden. Insgesamt gibt es im zentralen Kurortgebiet 89 Austritte von mineralisierten Thermalwässern, 19 davon sind gemäß dem Kurortgesetz zugelassene, natürliche Heilwässer. Austritte von kohlensäurehaltigem Thermalwasser befinden sich auch im Flussbett der Teplá und in einigen Kellern.

 

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Der Karlsbader Sprudel

   

Der Karlsbader Sprudel ist das Herz des größten tschechischen Kurortes – er versorgt die Bädereinrichtungen, liefert gasförmiges Kohlendioxid (CO2) für die Wannenbäder und den Grundstoff zur Herstellung des Karlsbader Thermalsalzes sowie von Souvenirs. Vom Sprudel sind auch die weiteren Karlsbader Quellen abhängig, sie sind Bestandteile des gleichen, unter Druck stehenden Thermalwassersystems in Spalten und Klüften des Karlsbader Granitmassivs.

 

Die warmen Quellen im Flussbett der Teplá wurden anfangs im Naturzustand genutzt. Seit langer Zeit hat man sie abgegrenzt, um eine Vermischung mit dem kalten Oberflächenwasser zu vermeiden. Bereits vor 1571 datiert die erste künstliche Entnahme des Thermalwassers durch flache Bohrungen am rechten Flussufer, um 1650 wurde am Sprudel das Stadtbad errichtet. 1774 hat man ein barockes Badgebäude gebaut, das 1826 durch die Empire-Kollonade ersetzt wurde. Zwischen 1879 - 1939 stand an dieser Stelle eine Gusseisen-Kollonade, zwischen 1944 - 1969 dann eine provisorische Holzkollonade mit einer anmutigen Kuppel aus dem Jahre 1947. Seit 1975 ist die heutige Sprudelkollonade in Betrieb.

 

Die Sprudelkollonade ist nicht nur ein Platz für die Verabreichung von Trinkkuren und Erholung der Patienten, sondern auch eine wichtige Stelle zur Regulierung und Verteilung des Thermalwassers. Der Sprudel fördert jede Minute 180 Liter Wasser in einer bis zu 14 m hohen Fontäne. Das Wasser ist bis zu 73,4 °C heiß und wird auf seinem Weg zu den Ausgabestellen abgekühlt.

 

Eine für die Karlsbader Therme typische Erscheinung ist die Entstehung des Sprudelsteins. Dieser besteht aus dem Mineral Aragonit (ein Kalziumkarbonat), das seine bunte Färbung durch Beimengen u. a. von Eisen- und Manganoxiden erhält. Aus dem Wasser scheidet es sich in verschiedenen Formen aus – am bekanntesten sind der gebänderte Sprudelstein, der aus kugelförmigen Gebilden zusammengesetzte Erbsenstein und verschiedene Sinterkrusten. Fast sämtliche Bauten an der Talsohle zwischen dem Stadttheater und der Mühlbrunnenkollonade stehen auf der so genannten Sprudelplatte, die aus bis zu 16 m mächtigem Aragonit besteht.

 

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Die Quelle Svobody in Karlovy Vary.

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Lázně Kynžvart (Bad Königswart)

   

Zum ersten Mal wird die Siedlung Königswartha bereits 973 erwähnt. Zwischen 1242 und 1287 wurde oberhalb der Königswarter Klamm eine Grenzburg zur Mauteinnahme und Überwachung der Militär- und Handelstraße zwischen Eger und Pilsen errichtet. Im Krieg zwischen Karl IV und Ludwig von Bayern standen die Burgherren auf der Seite von Ludwig. Deshalb wurde die Burg als „Raubhaus“ durch das Heer von Karl IV 1347 oder 1348, offensichtlich kampflos, zerstört. 1398 wurde die Burg zwar wieder aufgebaut, dann aber 1648 durch die Schweden erneut zerstört.

 

Bereits aus dem 14. und 15. Jahrhundert ist der Abbau von Eisen, Silber und Buntmetallen im Gebiet von Lázně Kynžvart belegt. In der Blütezeit des Zinnbergbaus im Königswald v. a. im 16. Jahrhundert war Königswart eines der Bergbauzentren. Nach einer Reihe von Eigentümern gehörte der Königswarter Besitz bis 1945 dem Geschlecht der Metternichs.

 

Im 19. Jahrhundert wurde Lázně Kynžvart auf der Grundlage seiner eisen- und kohlendioxidhaltigen Mineralquellen (Säuerlinge) zum Bad erklärt. Die Quelle „Richard“ wird in einem Schacht mit Überlauf aufgefangen, die anderen wurden zur direkten Verwendung in Bädern durch Bohrungen erschlossen. Weitere Mineralwasserquellen befinden sich in den Wiesen und Wäldern südöstlich der Stadt. Am bekanntesten sind die Neunte (Devátá), Dachs- (Jezevčí), Fuchs- (Liščí) und Hasenquelle (Zaječí). In den Kureinrichtungen werden hauptsächlich Kinder mit Erkrankungen der oberen Atemwege behandelt.

 

Sehenswürdigkeiten: Stadtzentrum mit St.-Margarete-Kirche, Schloss Metternich mit umfangreicher Sammlung an Kunstgegenständen, Bibliothek und Parkanlage. Kynzvartský kámen (Königswarter Stein): Granitblock mit auffälligen Korrosionsrillen.

 

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   Kynzvartský kámen

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Kynzvartský kámen (Königswarter Stein)

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Beschreibung (in Tschechisch) www.geopark.cz

 

Die Abraumhalde Lítov - Allgemeines (Chlum Svaté Maří)

   

Die Braunkohlelagerstätten im Sokolovbecken hatten eine außerordentliche Bedeutung bei der wirtschaftlichen Entwicklung der Region. Die Lagerstätten werden seit dem 18. Jahrhundert genutzt, über Jahrzehnte sogar untertägig. Seit Mitte des 20. Jahrhunderts betreibt man den Abbau in großen Tagebauen mit umfassenden Eingriffen in die Landschaft.

 

Um das Kohleflöz im Großtagebau erschließen zu können, mussten beträchtliche Mengen von Abraum entfernt werden. In den Tagebauen Medard und Libík zwischen Svatava und Habartov war es technisch nicht möglich, Halden innerhalb des Tagebaus zu errichten. Der Abraum wurde deshalb auf Halden außerhalb des Abbaugebietes abgelagert.

 

Die Halde Lítov bei Maria Chlum (Chlum Svaté Maří) im westlichsten Bereich des Beckens befindet sich auf den Gemeindegebieten Habartov, Kaceřov, Chlum Svaté Maří, Bukovany und Lítov. Die Meereshöhe des Geländes betrug ursprünglich 450 - 540 m, nach der Aufschüttung wurde sie bis auf 570 m erhöht. Die Halde enthält 219,64 Mio. m3 Abraum. Der rekultivierte Bereich der Halde Lítov und des Tagebaus Boden bei Habartov nimmt eine Gesamtfläche von 720 Hektar ein.

 

Hinweis: Rundweg mit mehreren Informationstafeln

 

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Die Abraumhalde Livov - Das Becken von Eger (Cheb)

   

Die Entstehung der großen Senkungszonen im Erzgebirgsvorlandes hängt mit den gebirgsbildenden Prozessen im Tertiär, der so genannten alpidischen Orogenese, zusammen. Während die Alpen und Karpaten aufgefaltet wurden, kam es innerhalb der konsolidierten Böhmischen Masse zur Wiederbelebung der Bewegungen an alten Bruchlinien und Schwächezonen in der Erdkruste.

 

Das Becken von Eger (Cheb) ist das westlichste und auch das jüngste unter den Becken des Erzgebirgsvorlandes. Vom Sokolovbecken wird es durch den Svatava-Horst, eine empor gehobene Kristallin-Scholle aus Schiefern, getrennt (oft auch als „Kristallin-Riegel von Maria Kulm“ bezeichnet).

 

Im Becken von Eger treten wie im benachbarten Sokolov-Becken Kohleflöze auf. Um die wertvollen Mineralquellen von Franzensbad zu schützen, wurden diese jedoch nur in begrenztem Umfange abgebaut. Der ursprüngliche landwirtschaftliche Charakter der ebenen Landschaft des Beckens von Eger blieb somit erhalten. Die auffällig NNW-gestreckte Form des Beckens ist durch den Einfluss des Cheb-Domažlice-Grabens bedingt, der sich an der Erdoberfläche als der Tachover Graben bemerkbar macht.

 

Das Becken von Eger wird nach Nordosten durch die Marienbader Bruchstufe begrenzt, einer tiefgreifenden Verwerfung, die auf der Linie Marianske Lazne –  Kynšperk nad Ohří – Nový Kostel – Luby deutlich zu erkennen ist. Über die bis heute andauernde Aktivität an diesem tektonischen Bruch zeugen die zahlreichen Mineralwasserquellen und Gasaustritte sowie auch eine seismische Aktivität (Nordwestböhmische Schwarmbeben im Raum Nový Kostel).

 

Hinweis: Rundweg mit mehreren Informationstafeln.

 

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Die Abraumhalde Lítov - Das Ökosystem Halde

   

Auf der Lítover Halde wurde Abraummaterial aus den Kohletagebauen Libík, Medard und Boden aufgebracht. Im südlichen Bereich überwiegen Materialien aus den Zwischenschichten der Flöze „Anežka (Agnes)“ und „Antonín (Antoni)“, gekennzeichnet durch abwechselnde Lagen von Sanden, Tonen, kohlehaltigen Tonen und tonhaltigen Kohlen. In geringerem Umfange sind auch Tonsteine der Cypris-Schichtenfolge, quartäre Lehme und Flussschotter sowie aus den Gleisbetten verschleppte Schotter (Porzelanit, Basalt, Granit) beigemengt.

 

Die auf den Abraumhalden entstandenen Böden weisen oft sehr saure Bodenreaktionen auf, die unter der Verträglichkeitsgrenze der meisten Kulturpflanzen liegen (pH = 4), so dass die gepflanzten Bäume absterben. Aufgrund der sehr sauren, aus der Abraumhalde austretenden Wässer ist auch der “Lagunensee“, der im Grunde genommen aus stark verdünnter Schwefelsäure besteht, fast ohne Leben.

 

Die Lagune wird von Oberflächenwasser (überwiegend Niederschlagswasser) sowie aus dem Wasser aus der Abraumhalde gespeist. Die Halde wird künstlich durch Drainagen und oberflächliche Gräben entwässert. Auf den steileren Hängen entstehen durch die fehlende Vegetation Erosionsrinnen und kleinere Erdrutsche. Der Hangfuß ist stellenweise durch das vom Hang angeschwemmte lehmige Bodenmaterial stark versumpft. Durch die beschriebenen Prozesse entstehen auf der Abraumhalde spontan neue Räume, die von einer widerstandsfähigen Vegetation besiedelt werden. Diese steht im krassen Kontrast zu den kahlen Flächen und unregelmäßigen Beständen der bei der Rekultivierung eingesetzten Bäume. Durch seinen „exotischen“ Landschaftcharakter trägt die Lokalität in der Nähe des berühmten Wallfahrtsorts Maria Kulm (Chlum Svaté Maří) auf etwas unkonventionelle Weise zur Diversität der Umwelt bei. Sie beherbergt eine bunte Palette an Organismen, die sich an den extremen Lebensraum angepasst haben.

 

Hinweis: Rundweg mit mehreren Informationstafeln.

 

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Die Abraumhalde Lítov - Rekultivierung 1    

Mit dem Rückgang des Kohlebergbaus wurde die Rekultivierung der ehemaligen Tagebauflächen notwendig. Aus ökologischer Sicht ist man dabei um die Erhöhung der landschaftlichen Vielfalt bemüht. Die Rekultivierung verläuft in der Regel in zwei Etappen. Zunächst wird unter dem Einsatz schwerer Maschinen das Relief der Landschaft neu geformt, die Entwässerung sichergestellt und ein Straßen- und Wegenetz angelegt. Erst anschließend werden die eigentlichen land-, forst- oder wasserwirtschaftlichen Rekultivierungsmaßnahmen durchgeführt.

 

Die ehemalige Bergbauhalde Lítov und der Tagebau Boden nehmen eine Fläche von ca. 720 Hektar ein. Der Großteil davon (ca. 70 %) wird mit mehr als 30 Millionen Baumsetzlingen aufgeforstet. 18 % der Fläche werden landwirtschaftlich rekultiviert, auf 5% entstehen neue Wasserflächen.

 

Hinweis: Rundweg mit mehreren Informationstafeln.

 

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Die Abraumhalde Lítov - Rekultivierung 2

   

Auf den Bergbauhalden von Lítov konnten sich bislang nur eine begrenzte Zahl höherer Pflanzen ansiedeln. Die Hauptursache hierfür sind die pflanzenungünstigen Bodeneigenschaften der abgelagerten Erden. Dies brachte alle früheren Versuche einer forstwirtschaftlichen Rekultivierung zum Scheitern. Durch die Regenniederschläge wird der Boden jedoch nach und nach durchgespült und insbesondere die sehr sauren Eigenschaften des Oberbodens gehen langsam zurück. Dadurch sind für eine Wiederbesiedelung der Flächen durch die Pflanzen, die so genannten Sukzession, neue Möglichkeiten gegeben.

 

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Mariánské Lázně (dt. Marienbad)

   

Marienbad ist der zweitgrößte Kurort Tschechiens. Er zeichnet sich durch zahlreiche Mineralquellen aus. 40 von ihnen entspringen im Stadtgebiet und fast 100 in der näheren Umgebung.

 

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts gehörte Marienbad dem Kloster in Teplá, dessen Abt, Carl Caspar Reitenberg, auf Anregung des Klosterarztes Johann Josef Nehr den Bau des ersten Kurbades durchsetzte. Im Jahre 1856 wurde Marienbad zur Stadt erhoben und zu Beginn des 20. Jahrhunderts war sie bereits ein bekanntes Kurzentrum, besucht von bedeutenden europäischen Persönlichkeiten.

 

Sehenswert: Pseudobarocke Kollonnade aus filigranem Gusseisen aus dem Jahr 1889 mit Mineralwässern die aus Kreuz-, Karolinen- und Rudolfsquelle stammen; Singende Fontäne vor der Kollonnade; Weitere bekannte Quellen sind die Ferdinands-, Wald- und Ambrosiusquelle. Dem Kurort, den Mineralwässern und der geologischen Entwicklung sind die Ausstellungen im Städtischen Museum gewidmet. Die Vielfältigkeit der Gesteine des Kaiserwaldes (Slavkovský les) demonstriert anschaulich der angrenzende Geologische Park. Die Sehenswürdigkeiten der Stadt und der nächsten Umgebung kann man auf markierten touristischen Ausflugspfaden kennen lernen.

 

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Mariánské Lázně (dt. Marienbad) - Geologischer Park    

Während Stücke von ungewöhnlichen, attraktiven, exotischen oder auf andere Art interessanten Mineralien und Gesteinen in den meisten Museen zu sehen sind, fehlen in der Regel die gewöhnlichen und häufig vorkommenden Arten. Gerade aus der Bemühung heraus, diese „gewöhnlichen Steine“ im etwas anderen Licht zu zeigen, entstand der Marienbader Geologische Park. Dieser wurde von 1986 - 1988 errichtet.

 

Auf fast 10 Hektar Fläche sind im Park 316 Gesteinsblöcke aufgestellt, der größte von ihnen wiegt über 16 Tonnen. 26 Tafeln am Fuß des Naturschutzgebiets Žižkův vrch informieren über die geologischen Besonderheiten. Ein etwa zwanzigminütiger Film dokumentiert über den Bau des Parks und ist im Städtischen Museum zu sehen.

 

Die einzelnen Gesteinsproben werden nicht nur im Naturzustand vorgestellt, sondern haben oft auch eine polierte Fläche. Manch ein Besucher wird überrascht sein, was für eine Schönheit auch ein gewöhnlicher Stein, den wir täglich mit Füßen treten, in sich verbergen kann. Nicht nur der Fachmann wird die inneren Stukturen der Gesteine zu schätzen wissen.

 

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Mnichov (dt. Einsiedl)    

Einer alten Legende nach geht Mnichov (Einsiedl) im 12. Jahrhundert aus einem Wallfahrtsort in der Nähe einer Einsiedelei und der Siardus-Kapelle westlich der Gemeinde hervor. 1273 wird die Gemeinde als Besitz des Klosters in Tepl erwähnt, 1437 erhielt sie Stadtrechte. Eine Pestseuche im Jahre 1549 überlebten nur neun Einwohner, der Ort wurde jedoch neu besiedelt und erwarb erneut seine Rechte samt Stadtwappen.

  

In der Gegend von Mnichov wurde seit dem Mittelalter auf Silber- und Zinnenerze geschürft, jedoch ohne große Erfolge. Größere Bedeutung erlangte der Einsiedler Schlangenstein (ein Serpentinit-Gestein), der 1834 - 1904 in Schleifereien entlang des Mühlbachs verarbeitet wurde. Der Einsiedler Edelserpentin war sehr beliebt. Bereits 1835 besuchte der österreichische Kaiser Ferdinand I. mit Kaiserin Karolina die Werkstätten und später auch der griechische König Otto I. sowie der preußische Kronprinz Wilhelm. Neben kleinen Kunstgegenständen und Andenken wurden u. a. polierte Säulen, Balustraden, Grabsteine, Verkleidungs- und Tischplatten hergestellt.

 

Der Einsiedler Schlangenstein zeichnete sich durch seine schwarze bis braune Farbe mit grünen Äderchen und Flecken sowie seine gute Polierfähigkeit aus. Er wurde in einigen Steinbrüchen am südöstlichen Fuß der Einsiedler Heide (Planý vrch) gefördert. Der dortige Serpentinitkörper ist Teil des so genannten Marienbader Metabasit-Komplexes, der die größte Anhäufung metamorphierter basischer Gesteine innerhalb der Böhmischen Masse darstellt. Aufgrund der spezifischen chemischen Zusammensetzung wachsen auf den Serpentinitfelsen seltene, gesetzlich geschützte Pflanzenarten. Einzigartige Zusammensetzung, insbesondere starke Anreicherung an Magnesium, weisen auch die durch diese Gesteine durchdringenden Mineralwässer auf (z. B. der Sauerbrunnen Magnesia).

 

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Nejdek (Neudek)    

Nach verschiedenen Quellen entstand Nejdek (Neudek) in der Mitte des 13. Jahrhunderts als Bergbau- und Holzarbeiterkolonie am alten Handelsweg nach Sachsen. Schriftlich wird die Ortschaft 1340 zum ersten Mal erwähnt, 1410 wurde sie zur Stadt erhoben. Der größte Aufschwung des Erzbergbaus fällt in die Ära der Herrschaft der Elbogener Grafen Schlick (1446 – 1602). In der Umgebung von Neudek wurde vor allem Zinnerz abgebaut. Später hat man begonnen, auch Eisenerz zu fördern, was zum Bau von zahlreichen Hütten und Hämmern führte.

 

Während der Gegenreformation im 17. Jahrhundert sind viele Familien nach Sachsen ausgewandert, was zum Verfall des Bergbaus führte. Die Bevölkerung verdiente ihren Lebensunterhalt mit Hausarbeit und Handwerk, die größte Bedeutung hatten die Knopfmacherei, Weberei und Spitzenklöppelei. Eine wirtschaftliche Belebung brachte erst die industrielle Revolution. Zu dieser Zeit entstanden die prägenden Industriebetriebe der Stadt: Eisenhütten, Spinnereien und die Papierfabrik. Zeitgleich entstanden die Eisenbahnlinien nach Chodau (1881) und nach Karlsbad (1889).

 

Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt gehört der romanische Burgturm auf einem Granit-Felsvorsprung. Er ist der Rest einer Burg, die um 1300 der erste bekannte Besitzer von Neudek, Conrad Plik, erbauen ließ. Von den weiteren Denkmälern sind die barocke St.-Martin-Kirche (1756) und die vor ihr stehende Statue des Heiligen Johannes Nepomuk (1710) zu nennen. Das ursprüngliche Schloss aus dem Jahr 1653 wurde mehrmals umgebaut, seine heutige Gestalt stammt aus 1889. Aus dem Jahr 1897 stammt der Aussichtsturm auf dem Peindl (Tisovský vrch), mit einem Umgang in 1000 m Meereshöhe.

 

Obwohl der Bergbau heute der Vergangenheit angehört, blieb Neudek eines der Industriezentren des Westerzgebirges. Die Bergbau- und Hüttengeschichte wird durch Namen der umliegenden Ortschaften belegt: Vysoká Pec (Hochofen), Nové Hamry (Neuhammer), Vysoká Štola (Hohenstollen), Smolné Pece (Pechöfen).

 

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Der Neudeker Felsen    

Zu den besonderen Sehenswürdigkeiten der Stadt Nejdek  (Neudek) gehört der romanische Burgturm. Es handelt sich dabei der Überlieferung nach um den Rest einer Burg, die um 1300 auf einem vom Fluss Rotava (Rothau) umflossenen Granit-Felsvorsprung entstand. Der Turm war bis 1790 bewohnt. In diesem Jahr siedelte man den letzten Turmwächter samt seiner Familie wegen des schlechten Zustandes des Turms um. 1831 wurde der höchste Teil des Turms entfernt, da er abzustürzen drohte.

 

Die bizarre Form des Neudeker Felsens – auch Fürstennase genannt – entstand durch Verwitterung und Abtragung der weicheren Gesteinsbereiche entlang von Spalten, kombiniert mit der Erosion durch den Fluss Rotava und den Abbau des Granits durch den Menschen. Der Felsen besteht aus einem grobkörnigen, hellgrau bis leicht rosa gefärbten Granit. Die Hauptbestandteile des Neudeker Granits sind die Minerale Quarz, Feldspat (Orthoklas und Plagioklas) und Glimmer (hier vor allem der Dunkelglimmer Biotit, untergeordnet auch der Hellglimmer Muskovit).

 

Granite in verschiedenen Variationen sind die charakteristischen Gesteine der Region. Sie bilden den ausgedehnten Karlsbader Pluton, an den bedeutende Lagerstätten von Zinn, Eisen, Uran und anderen Erzen gebunden sind. Der Granit ist ein traditionsreicher Naturwerkstein, der bis ins 20. Jahrhundert in zahlreichen Steinbrüchen gewonnen wurde. Durch Verwitterung des Granits unter tropischen Klimabedingungen entstanden in der geologischen Zeit des Tertiärs (vor 2.6 – 65 Mio. Jahren) in der Umgebung von Karlsbad die hochwertigen Lagerstätten des Kaolins (Porzellanerde).

 

Der Neudeker Felsen wurde auch von Johann Wolfgang Goethe besucht. Auf seiner Reise von Schneeberg in Sachsen nach Karlsbad im Jahre 1786 faszinierte ihn der Felsen so sehr, dass er ihn zeichnete.

 

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Burg Nejdek

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Vysoká Pec – Rudné    

Die historischen Ortsnamen Hochofen (Vysoká Pec) und Trinksaifen (Rudné) zeugen vom bergmännischen Ursprung der beiden Gemeinden. Der Beginn des Zinnseifens im Tal der Rolava (Rohlau) datiert zurück in das 14. Jahrhundert. Während der Blütezeit des Bergbaus im 16. Jahrhundert entstand ein Netz von Zinnseifen, Bergwerken, Flößgräben und Pochwerken, das sich von Ahornsberg (Javorník) und Eliasberg (Díž), an der Kirche in Rudné vorbei, nach Rabenberg (Havraní vrch) zog. Die steigende Nachfrage nach Zinn und Eisen und die Erschöpfung sowohl der Zinnseifen in Rudné als auch der oberflächennahen Eisenerze in Vysoká Pec führten zum Abbau immer tieferer Lagerstätten.

 

Der Abbau von Eisenerz in Vysoká Pec ist bereits im Jahr 1557 belegt. Mit Erz, Eisen und Schlacke wurde auf dem gesamten Eisensteinweg lebhaft gehandelt, der nach Nové Hamry (Neuhammer) und weiter nach Sachsen führte. Die bedeutendste Eisenerzlagerstätte war die Grube Hieronymus, die bereits vor 1602 im Betrieb war und aus der bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts Erz gefördert worden ist. 1855 waren in Vysoká Pec fünf Schächte in Betrieb, davon ein Förderschacht. Die Tiefe des Förderschachts soll die doppelte Höhe des Neudeker Turms erreicht haben.

 

Die bislang letzten Bemühungen zu einem Wiederauffahren des Bergwerkbetriebes datieren aus der Zeit des 1. Weltkriegs und der Nachkriegsjahre 1918 - 1919. Damals war in Vysoká Pec die Grube Josef der Eisenindustriefirma Petzold im Betrieb. Der Erbstollen der einstigen Grube führte in der Tiefe entlang des Bachbetts des Rudenský potok. Das sich darin sammelnde und abfließende Wasser wird heute in das Wasserversorgungsnetz der Stadt Nejdek  eingespeist. An der Stelle der alten Grube entstand ein Einsturzkrater, dessen Vertiefung heute für Kultur- und Sportveranstaltungen genutzt wird.

 

Einem Hämatit (Blutstein) führenden Quarzgang folgte vermutlich ebenfalls ein kurzer Stollen im Hang über dem linken Ufer des Rudenský potok. Spuren der Bergbautätigkeit begegnen wir in der Umgebung jedoch buchstäblich auf Schritt und Tritt. Sie werden, zusammen mit weiteren Besonderheiten, Interessierten auf einem 9 km langen Lehrpfad mit 13 Halten und 200 m Höhenunterschied vorgestellt. Der Lehrpfad ist für Fußgänger und Radfahrer mit Mountainbikes geeignet.

 

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Přebuz (dt. Frühbuß)    

Die Gründung von Přebuz (Frühbuß) ist mit reichen Funden von Zinnerzen verbunden. In der Umgebung wurde das Zinn bereits im 14. Jahrhundert aus Seifen gewonnen, die ältesten Berichte über eine dauerhafte Besiedelung stammen aus dem Jahr 1542. Im Jahre 1553 erhielt Frühbuß die Privilegien einer Bergstadt, 1556 wurde hier ein Bergamt errichtet. Die Tagebaue und untertägigen Bergwerke, Aufbereitungen und Zinnhütten waren in einem Streifen zwischen dem Hartelsberg, der Ortsmitte und dem Steinbruchberg nordöstlich von Frühbuß konzentriert.

 

Der einige Jahrzehnte währende Aufschwung des Ortes erlitt schwere Rückschläge durch den Dreißigjährigen Krieg, den Wegzug lutherischer Bergleute und Glasmacher nach Sachsen im Zuge der Gegenreformation, Pestepidemien und wiederholte Hungersnöte. Zur Wiederbelebung des Bergbaus im 17. - 18. Jahrhundert trug die Herstellung verzinnter Bleche in Šindelová (Schindlwald) und Rotava (Rothau) bei. 1828 gründeten die Frühbußer Bürger eine Gesellschaft für Torfabbau und die Gemeindeziegelei. Als heimischer Brennstoff wurde Torf bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts verwendet.

 

Der Bergbau bei Frühbuß wurde 1933 wiederbelebt. Die Lagerstätte wurde durch drei Schächte (Otto, Hauptschacht und Ritterschacht) erschlossen, eine neue Aufbereitungsanlage für Zinn- und Arsenerze wurde gebaut. Der Abbau wurde nach dem Krieg eingestellt. In den Nachkriegsjahren gab es mehrfach Versuche einer Wiederbelebung des Bergbaus: Uran (1946 – 1948) und Zinn (1953 – 1958).

 

Přebuz ist der Kern eines Naturparks mit Bergfichtenwäldern, Wiesen, Bergtorfmooren und einer reliktischen Flora aus der Eiszeit. Von dem Ausmaß des einige Jahrhunderte andauernden Bergbaus zeugen die Überreste des Bergwerks sowie loch- und trichterförmige Vertiefungen im Gelände, die durch Einsturz untertägiger Abbauräume oder durch den Abbau von der Oberfläche her entstanden (so genannte Pingen). Die meisten von ihnen findet man am Fuß des Hartelsberges (Čertova hora, 987 m), von dem sich bei schönem Wetter eine hervorragende Aussicht auf das Erzgebirge und fünf weitere Gebirge eröffnet.

 

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Staré Sedlo (Altsattel)    

Die erste überlieferte Erwähnung einer Festung namens Sattel (Sedlo) stammt aus dem Jahr 1249. Die Festung stand auf einem Felsvorsprung am rechten Ufer der Eger (Ohře) und diente als vorgeschobener Verteidigungsposten der Elbogener Burg. Nach Entstehung von Nové Sedlo (Neusattel) im Jahre 1454 begann man für den Ort den Namen Staré Sedlo (Altsattel) zu benutzen.

 

Aus der Mitte des 16. Jahrhunderts sind die ersten Berichte über Vorkommen von Braunkohle und Schwefelkies (Pyrit) führendem Schieferton in der Umgebung bekannt. Aus dieser Zeit stammt auch die erste Erwähnung des Betriebs der Heiligen Dreifaltigkeit, einen der ältesten Hersteller von Alaun, Eisenvitriol, Schwefel und Schwefelsäure in der Sokolover Region. Neben den Kieserzen hat man in der Umgebung von Staré Sedlo auch Braunkohle gefördert.

 

Die wichtigsten Baudenkmäler in der Gemeinde sind die Kirche Zur Heiligsten Dreifaltigkeit und das klassizistische Schloss, ehemals Familiensitz des bedeutenden Industriellengeschlechts der Starcks, heute Gemeindeverwaltung. Ein wichtiges technisches Denkmal ist der Erbstollen Johannes des Täufers, dessen Mundloch sich unweit der Hängebrücke unter dem Schloss befindet. Das tief eingeschnittene Tal der Eger bei Staré Sedlo ist ein geschütztes Naturdenkmal mit zahlreichen Pseudokarsthöhlen und dem Vorkommen von Fossilien einer subtropischen tertiären Flora.

 

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Pseudokarst-Höhle Cikánka im Naturdenkmal Egertal bei Staré Sedlo.

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Das Mineralwerk der Heiligen Dreifaltigkeit (Staré Sedlo)    

Die wirtschaftliche Entwicklung der Region Sokolov gründet sich auf die Nutzung der Braunkohle. Die bisher älteste urkundliche Erwähnung der Kohlevorkommen in der Gegend von Loket (Elbogen) stammt aus dem Jahr 1545. Die ersten Belege über den Abbau der Braunkohle stammen aus der Mitte des 17. Jahrhunderts, ihre Hauptverwendung war damals die Herstellung von Fackeln. Der Aufschwung der Kohlegewinnung war eng mit dem Abbau von schwefelkieshaltigen Schiefertonen und deren Verarbeitung in den ersten Chemiefabriken, den Mineralwerken, verbunden.

 

Das Mineralwerk der Heiligen Dreifaltigkeit in Staré Sedlo wurde Mitte des 16. Jahrhunderts gegründet. Nach einem Eintrag im Falkenauer Stadtbuch herrschte 1573 im Unternehmen reger Betrieb. Anfangs hat man Alaun gewonnen, später auch Vitriol und Vitriolstein zur Herstellung von Schwefelsäure.

 

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde die Region Sokolov dann zu einem wichtigen Zentrum der tschechischen Alaunindustrie. In Staré Sedlo gab es zwei Mineralwerke, die sich durch den Industriellen Johann David Starck (1770 – 1841) zu modernen Industrieanlagen entwickelten.

 

Das untere Mineralwerk der Heiligen Dreifaltigkeit stand in der Nähe des Stollens Johannes des Täufers am rechten Ufer der Eger. Die schwefelkieshaltige Kohle wurde mit Förderwagen aus dem Bergwerk transportiert. Ein Teil des Materials diente zur Herstellung von Schwefel, das durch Rösten gewonnen werden konnte. Der andere Teil wurde auf Haufen gestapelt, wo sich das schwefelkieshaltige Gestein durch atmosphärische Einflüsse und Berieselung mit Wasser zu saurem Lehm zersetzte, aus dem eine Sulfatlauge zur Weiterverarbeitung gewonnen wurde. 1888 endete die Schwefelproduktion und 1896 kam auch die Herstellung von Alaun und Eisenvitriol zum Erliegen. 1899 wurde die Anlage aufgelassen und die Einrichtung demontiert. Zwischen 1902 und 1945 hat man im Betrieb Polierrot, so genanntes Potée, gebrannt, das zum Großteil in die bayerischen und preußischen Schleifereien und Glaswerkstätten geliefert wurde.

 

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Šindelová (Schindlwald)    

Die Gründung der Gemeinde Šindelová (Schindlwald) ist eng verbunden mit der Festung, die 1480 auf einem Hügel am linken Ufer des Flüsschens Rotava (Rothau) zum Schutz der Zinnstraße von Přebuz (Frühbuß) nach Jindřichovice (Heinrichsgrün) errichtet wurde. Um 1512 siedelten unterhalb der Festung sechs Familien, 1520 spricht man bereits von einer Siedlung. Die Siedlung war Bestandteil des Heinrichsgrüner Besitzes, der bis zum Dreißigjährigen Krieg (1618 – 1648) Eigentum der Familie Schlick aus Eger war. Danach erwarben die Nostizen das Gut, die es bis 1945 besaßen.

 

Die Gemeinde Šindelová war durch ihre Glasmachereien, Spitzenklöppeleien und die Herstellung von Schindeln bekannt. Die größte Berühmtheit erlangten jedoch die hiesigen Eisenhütten. 1516 entstanden in Šindelová drei Hammerwerke und eine Hütte, in der Eisenerze aus der Umgebung verarbeitet wurden. Die Ortschaft wurde zu einem bedeutenden Zentrum der Eisenindustrie, im 19. Jahrhundert war sie sogar das bedeutendste Zentrum im Bezirk. Aufgrund der ergiebigen Zinnlagerstätten in der näheren Umgebung entstand hier ein ganz neuer Industriezweig: das Verzinnen (und später auch Verzinken) von Eisenblech. Ein Zeugnis aus dieser Zeit ist der Bau des Eisenschmelzofens, heute ein technisches Denkmal.

 

Ein bedeutendes touristisches Ziel ist das neoklassizistische Jagdschloss Favorit inmitten eines Geheges im Wald südlich der Gemeinde. Zu den Besonderheiten gehört auch eine Wetterstation des Tschechischen Hydrometeorologischen Instituts neben dem Haus Nr. 124.

 

Aus Granit besteht auch das bedeutende Naturdenkmal Steinerner Pilz. Dieses bizarre Gebilde aus Felsblöcken entstand durch Einwirkung von Frost, Wasser und Wind in vergangenen geologischen Perioden.

 

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Naturdenkmal "Steinerner Pilz"

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Sokolov (Falkenau)    

Die wirtschaftliche Entwicklung der Region Sokolov gründet sich auf die Nutzung der Braunkohle. Der bisher älteste Bericht über die Kohlevorkommen im Bezirk Elbogen stammt aus dem Jahr 1545. Jedoch mehr als die Kohle selbst hat man im Mittelalter die begleitenden Schwefelkiese ausgebeutet, aus denen in so genannten Mineralbetrieben Alaun, Vitriol, Schwefel und Schwefelsäure hergestellt wurden.

 

Erst ab Mitte des 18. Jahrhunderts wurde die Braunkohle gezielt genutzt und gefördert. Im 19. Jahrhundert hat man sie als Brennstoff in Industriebetrieben verwendet. Außerdem wurde sie für die Herstellung von Briketts, Ruß für die Farbenherstellung, Montanwachs, Teer, Leichtöl und Braunkohlekoks genutzt. Zu einem grundlegenden Aufschwung des Kohlebergbaus kam es mit dem Bau der Eisenbahnlinie von Nordböhmen nach Eger im Jahre 1871. 1880 wich dem Kohleabbau das letzte Hopfenfeld. Das ursprünglich auf Landwirtschaft, Hopfenbau und Handwerk basierende Falkenau wurde zu einem bedeutenden Industriezentrum.

 

Nach dem Zweiten Weltkrieg und der Ausweisung der deutschen Bevölkerung wurde erwogen, die zerstörte Stadt nicht mehr aufzubauen, sondern dem Kohleabbau weichen zu lassen. Im Revier waren bis zu 39 untertägige Gruben und 15 Tagebaue tätig. Die Schächte wurden jedoch nach und nach stillgelegt und ihre Funktion wurde von großflächigen Tagebauen übernommen. Die Förderung erreichte ihren Höhepunkt mit über 23 Mio. Tonnen Kohle im Jahre 1983. Bei dem gegenwärtigen Rückgang der Bergbautätigkeit gehören Rekultivierung und Revitalisierung der Landschaft zu wichtigen Aufgaben in der Region. Die aufgelassenen Tagebauflächen werden in forst- und landwirtschaftliche Gebiete, Waldparks, Golfplätze und ausgedehnte Wasserflächen umgewandelt.

 

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