Rauher Kulm
Naturpark Nördlicher Oberpfälzer Wald / Neustadt am Kulm
Vesuv der Oberpfalz
Besuch im Zentrum des Kemnather Vulkanfelds
ZUSAMMENFASSUNG
Die Wanderung führt auf den markantesten der Oberpfälzer Vulkane: den Rauhen Kulm. Dieser bietet an seinen steilen
Hängen eine spektakuläre Blockhalde, informtive Einblicke in den Aufbau des Vulkans, eine der bemerkenswertesten archäologischen Stätten
der Region und von seinem Aussichtsturm eine grandiose Rundumsicht. Aber auch sein "kleiner Bruder" - der Kleine Kulm - hat es in sich.
Der großzügige Aufschluss in diesem sehr viel kleineren Vulkan erzählt jede Menge über das feurige Geschehen vor rund 20 Millionen Jahren. Einen Aufstieg
auf den Kleinen Kulm sollte man sich nicht entgehen lassen.
Abb. 1: Schummerungskarte des Rauhen Kulms. Datenbasis: Bayerische Vermessungsverwaltung unter der Lizenz CC BY 4.0.
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Abb. 2: 3D-Animation Rauher Kulm.
Geologischer Hintergrund
Der Rauhe Kulm liegt im Zentrum des Kemnather Vulkanfeldes und ist im Oberpfälzer Hügelland der größte Vertreter der oliogozänen bis miozänen Diatremvulkane. Diatremvulkane sind neben Schlackenvulkanen die häufigsten Vulkantypen im kontinentalen Bereich. Entstanden sind sie im Zuge phreatomagmatischer Eruptionen, das sind durch den Kontakt von Magma und Grundwasser ausgelöste Explosionen.
Abb. 3: Kemnather Vulkanfeld (rot = Vulkane).
Solche verursachen eine trichterförmige Vertiefung im Untergrund, die sich zu einem großen Teil wieder mit dem zunächst herausgesprengten und anschließend zurückgefallenen Material verfüllt. Die wenigsten Diatreme entstehen nur durch eine einzige Explosion. Immer wieder treffen zufließendes Grundwasser und aufdringendes Magma aufeinander. Bei jeder Explosion vergrößert sich die Dimension des Trichters in die Breite und die Tiefe.
Abb. 4: Querschnitt durch einen Diatrem-Vulkan (kurz: Diatrem). Links: Gesamtaufbau mit Diatremfüllung.
Rechts: Schematische Darstellung der "Ausbauetappen" eines Diatrems infolge einer Abfolge von Eruptionen (hier 1 - 5).
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Bei den vielen Explosionen bzw. Eruptionen wird die Diatremfüllung immer wieder neu ausgeworfen und dabei mehr und mehr
zerkleinert (fragmentiert). Die obige Darstellung beinhaltet eine Entwicklung des Diatrems. Rechts sind zunächst Ausbauetappen
1 - 5 dargestellt, bei der sich das Diatrem schrittweise erweitert. In diesem Entwicklungsstadium wird jeweils der größte Teil
der Diatremfüllung wieder herausgeschleudert und fällt anschließend wieder in die Hohlform. Die Diatremfüllung befindet sich
dann im unteren Teil des Trichters und ist weitgehend ungeschichtet.
Ist die Diatremfüllung (= Diatrembrekzie) geschichtet und zeigt auch einen Wechsel im Material an, dann hat die Stärke der Explosionen nachgelassen.
Es wird bei den nun stattfindenden Explosionen nur noch ein kleinerer Teil aus dem Diatrem ausgeschleudert,
das Material lagert sich an den steilen Krater-Innenwänden geschichtet ab, z.T. rutscht es in den Krater hinein. Sind die Hänge
weniger steil, können flachere Schichtungen auftreten.
Durch sich verändernde Grundwasser- oder Magmenzuströme kommen die vulkanischen Explosionen zum Erliegen. Strömt weiter Magma auf,
kann sich dieses Magma in form von "Basaltgängen" in die Diatrembrekzie hineinzwängen oder regelrechte Intrusionen bilden. Die an der
Erdoberfläche vorhandene Hohlform füllt sich in der Regel mit Niederschlagswasser, es bildet sich ein Maarsee.
Der Maarsee kann sich im Verlauf der Zeit mit feinem, von den Rändern des Maars eingeschwemmten Sedimenten anfüllen, vielleicht sogar trockenfallen.
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In unserer Region begann nach vermutlich einigen Millionen Jahren die Hebung des Vulkangebietes und infolge der Eintiefung der Gewässer
die Abtragung der Umgebung der Vulkanbauten. Da im Kern der Diatreme häufig verwitterungsresistente Basaltgänge oder -intrusionen stecken,
werden diese als Härtlinge herauspräpariert und bilden heute die markanten Erhebungen im Kemnather Vulkanfeld.
Abb. 5: Entwicklung vom Maar (oben) zum "Basalthärtling" (unten).
Der Vulkanismus spielte sich im Kemnather Vulkanfeld vor rund 21 - 25 Millionen Jahren ab. In diesem Bereich des
Egerrifts scheint die vulkanische Aktivität damit etwas jünger zu sein als im östlichen Fichtelgebirge. Allerdings
treten dort dann wiederum die jüngsten Vulkane des westlichen Egerrifts auf.
Abb. 6: Alter der Vulkane der nördlichen Oberpfalz.
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Abb. 7: Geologische Karte der Umgebung des Rauhen Kulms.
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Datenquelle: dGK25 (Digitale Geologische Karte von Bayern 1:25.000, Umweltatltas)
Bayerische Vermessungsverwaltung unter der Lizenz CC BY 4.0
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Historisches
Abb. 8: Historische Ansicht der Landschaft rund um den Rauhen Kulm mit der hochmittelalterlichen Burganlage.
Weiterhin sind zu sehen: das Kloster Speinshart (Bildmitte), die Wallfahrtskirche auf
dem Barbaraberg (Bildmitte rechts) und die Wallfahrtskirche auf dem Armesberg (Hintergrund rechts). 1825.
Markantestes Relikt der frühen Besiedelung ist eine Ringwallanlage, die den Kulm unterhalb der Blockhalde noch zu rund dreiviertel ihrer ursprünglichen
Länge erhalten umgibt. Diese hat einen Durchmesser von rund 300 Metern und ist zweigliedrig. Der Ringwall besitzt einen bis
zu 12,5 Meter breiten und von der Außenseite betrachtet noch bis zu 2 Meter hohen Wall aus mächtigen Basaltblöcken.
Archäologische Untersuchungen der letzten 20 Jahre zeigen, dass im Ringwall eine frühmittelalterliche, zweifrontige
Trockenmauer steckt. Auf ihrer Innenseite wurden in den Böden Keramik und andere Gegenstände aus dem 8. bis 10. Jahrhundert gefunden.
Die Anlage wurde um 900-950 durch die Anschüttung von Basaltblöcken auf der Außenseite zu einem Wall verstärkt. Im unmittelbaren Vorfeld des
Osttores (wohin uns unsere Wanderung führt) wurden Basaltblöcke als Annäherungshindernisse terrassenförmig abgelegt – eine typische Maßnahme
Mitte des 10. Jahrhunderts bei Befestigungsanlagen gegen die Ungarn. Durch die Anlage eines Damms für eine Transportbahn („Rollbahn“) und
einen Steinbruch in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden Teile des Ringwalls auf der Nordseite des Kulms zerstört.
Erste systematische archäologische Grabungen und Untersuchungen fanden bereits in den Jahren 1908 bis 1910 durch
Adalbert Neischl aus Nürnberg statt. Sie sind in einer der frühesten archäologischen Monographien Nordbayerns dokumentiert.
Seit etwa 2003 haben Untersuchungen am Rauhen Kulm wieder das Interesse der Archäologen gefunden. Diese werden durch PD Dr.
Hans Losert von der Universität Bamberg geleitet. Viele der Fundgegenstände sind in der archäologischen Ausstellung im Kulmhaus (Kulmterrasse) zu sehen.
Abb. 9: Darstellung der Befestigungsanlagen in einem Plan von Neischel (1912).
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Die archäologischen Untersuchungen zeigen, dass sich bereits zur Karolingerzeit am Rauhen Kulm eine Befestigungsanlage befand, die
zur Zeit der Ungarn-Einfälle verstärkt wurde. In schriftlichen Quellen ist darüber allerdings nichts zu finden. Erst in der Stiftungsurkunde des
Klosters Michelfeld bei Auerbach von 1119 findet der Leuchtenberger „Bucco de Culmen" Erwähnung. 1281 verpfändet Landgraf Friedrich von Leuchtenberg
das „castrum Culme" an Burggraf Friedrich III. von Nürnberg und 1370 erlaubt Kaiser Karl IV. dem Nürnberger Burggrafen Friedrich V. die Gründung einer
Stadt zwischen den Vesten auf dem Rauhen und dem Kleinen Kulm. Die sogenannte „Göppmannsbühlkarte" von 1531 gibt uns heute einen Eindruck davon,
wie die beiden frühneuzeitlichen Anlagen ausgesehen haben. Beide Anlagen wurden infolge des Markgrafenkriegs (1552 – 1554) zerstört und nicht wieder
aufgebaut.
Abb. 11: Die Belagerung des Rauhen Kulms durch Truppen der Reichsstadt Nürnberg 1554. Zeitgenössischer Nürnberger Holzschnitt (aus: Neischl 1912).
Seit 2008 findet auch die frühneuzeitliche Anlage auf dem Rauhen Kulm die besondere Beachtung der Archäologen.
Die Ausgrabungen finden auf der Südseite oberhalb des oberen Ringwalls statt. Hier findet sich mehrfach gestaffelte
Torkammern des 9. bis 10. nachchristlichen Jahrhunderts. Auch im oberen Ringwall steckt eine zweifrontige Mauer.
Die archäologischen Funde entsprechen weitgehend denen am unteren Ringwall, reichen zeitlich jedoch vom
späten 10. Jahrhundert bis zur Zerstörung der Zollernburg 1554.
Die Stadt zwischen den Culmen - Stadtgeschichte kurzgefasst
Im Jahre 1281 verkaufte Landgraf Friedrich von Leuchtenberg Burg und Berg Culmen sowie Filchendorf, Scheckenhof, Speichersdorf, Wirbenz und
Mockersdorf an den Burggrafen Friedrich von Nürnberg. Die Stadt entstand zwischen den beiden Kulmen,
planmäßig wie auf dem Reißbrett. Die Erlaubnis dazu stellte 1370 Kaiser Karl IV. aus.
Der mit Mauern, Erkern und Türmen befestigten Stadt wurde 1427 das Halsgericht zugestanden. Bereits 1423 errichteten
Karmelitermönche ein Kloster mit Kirche. Deren gotische Außenfassade im Chorraum erinnert bis heute an die Gründungszeit des Klosters.
Neustadt wird protestantisch
Nach dem Grundsatz "eius regio, cuius religio" („wessen Gebiet, dessen Religion“) wurde Neustadt mit den Nürnberger Burggrafen
1527 protestantisch.
Der Bundesständische Krieg 1554 brachte den Burgen auf dem Rauhen und dem Kleinen Kulm monatelang Belagerung und schließlich die nahezu
vollständige Zerstörung. Die markgräflichen Amtsleute verlagerten ihren Verwaltungssitz für die umliegenden Orte in die Stadt. Während des
Dreißigjährigen Krieges wird Neustadt fast völlig zerstört.
Blütezeit und Absturz
Seine politische und wirtschaftliche Blüte erreicht Neustadt gegen Ende des 18. Jahrhunderts. Es ist Sitz eines markgräflichen Amtes,
eines Kastenamtes, einer Forstbehörde sowie eines Justizamtes. Schon damals erreichte die Stadt seine heutige Einwohnerzahl. Mit der
Eingliederung Neustadts nach Bayern verlor dieses sämtliche Ämter und damit seine Bedeutung in der Region.
Schicksalsschläge
Die großen Stadtbrände von 1833 und 1846 zerstörten bereits viel des historischen Stadtbildes von Neustadt.
Gänzlich vernichtet wurde es jedoch in den letzten Kriegstagen am 19. April 1945. Diesem fiel unter anderem das spätgotische Stadttor und das Rathaus von 1654 zum Opfer.
Heute ist Neustadt eine Wohnsiedlungsgemeinde, ein Pendlerort, dessen zentrale Lage und Nähe zu verschiedenen Industriestandorten sich als
vorteilhaft erwiesen hat. In Neustadt selbst gibt es jedoch keine Industrieansiedlung und nur sehr wenig Gewerbetreibende.
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Touren-Beschreibung
Startpunkt: Marktplatz
Wir beginnen unsere Wanderung am Parkplatz auf dem Marktplatz in Neustadt am Kulm. Alternativ kann man
bereits am Kulmhaus parken und das kurze Stück zum Marktplatz laufen.
Haltepunkt 1: Marktplatz und Rathaus
Der planmäßigen Errichtung 1370 entsprechend hat Neustadt am Kulm einen längsrechteckigen Umriss. Der Stadtplatz ist aus der Mittelachse nach Norden gerückt.
Eine zur Hauptachse parallele Straße erschließt den Südteil mit vier verbindenden Quergassen. Die Einzelgrundstücke der überwiegenden Ackerbürgeranwesen
sind lange Parzellen, zu deren rückwärtigen Wirtschaftsgebäuden vom Stadtplatz aus Durchfahrten durch die Wohngebäude führen.
Aus diesem Grund haben die Wohnhäuser große Einfahrtstore.
Die Stadtbrände von 1531, 1633, 1699, 1833 und 1845 sowie die Bombardierung vom 19. April 1945 haben die historische Bausubstanz nahezu vollständig
zerstört. Sie reicht fast nirgends über das 17. Jahrhundert hinaus, sondern geht überwiegend auf den Wiederaufbau nach dem Brand von 1833 zurück.
Die einheitliche zweigeschossige Traufseitbauweise gehört zu den Besonderheiten des Ortsbildes am Marktplatz.
Einige Fassaden reichen bis zum Ende des 17. Jahrhunderts zurück. Sie erinnern an eine bauliche Zwischenblüte.
Diese geht zurück auf die Übergangszeit der Herrschaft Preußens über die Markgrafschaft Bayreuth ab 1791 und die damit
verbundene Ämterkonzentration in der Stadt. Einige Fassaden zeigen sogenannte Fensterschürzen unterhalb der Fenstersimse. Dies ist ein
Stilelement aus dem markgräflichen Bayreuth.
Die territoriale Eingliederung Neustadts nach Bayern 1803 führte zum Verlust der Ämter und bedeutete einen wirtschaftlichen und städtebaulichen Stillstand.
Abb. 12: Stadtplan von Neustadt an der Waldnaab aus der bayerischen Uraufnahme (1808-1864). In Gelb: Verlauf der
Stadtmauer, die zur Zeit der Aufnahme größtenteils noch vorhanden war. Quelle der Hintergrundkarte: Bayerische Landesvermessungsverwaltung,
BayernAtlas. Zum Vergrößern ins Bild klicken.
Abb. 13: Marktplatz 4 - die rötlichen Sandsteine lassen sich aufgrund der Feinkörnigkeit und Farbe dem Schilfsandstein zuordnen. Sie stammen aus dem Steinbruch im Flurstück Eichenlohe (westlich der Straße). Dort gibt es eine Geopark-Informationstafel.
Abb. 14: Relief des Stadtwappens auf der Rückseite des Rathauses aus dem 16. Jahrhundert. Das Wappen zeigt zwischen den beiden Kulmen mit ihren Burgen das Wappen den Zollernschild mit Brackenkopf. Gearbeitet im rötlichen Schilfsandstein aus der Eichenlohe.
Wir gehen der oberen (nördlichen) Marktplatz-Seite entlang und an deren Ende einige 10 Meter weiter bis zur Straße "Kleiner Kulm". Dort geht es bergan zum nächsten Ziel.
Haltepunkt 2: Kleiner Kulm (auch "Schlechter Kulm")
Der Kleine Kulm eröffnet einen fantastischen Einblick in seinen geologischen Aufbau. Vor großzügigen Aufschlusswand befindet sich eine Tafel der GEO-Tour Vulkane.
Mit ein wenig Einsehen kann man in dem Aufschluss links des Gebäudes mehr als nur einen "chaotischen Gesteinshaufen" sehen. Besonders fallen helle Gesteinskomponenten auf, bei denen es sich um Bruchstücke eines grobkörnigen Sandsteins handelt (Abb. 15). Bei den dunklen (oft rundlichen) Komponenten handelt es sich um Basalte. Diese machen auch den allergrößten Teil aller anderen Gesteinskomponenten aus. Die wenigsten Komponenten sind fragmentiert, d.h. es handelt sich nicht um Bruchstücke, die durch die Kraft einer Eruption entstanden sind. Tatsächlich handelt es sich um ausgeworfene Schlacken. Wir haben es hier demnach nicht mit einer Diatrembrekzie, sondern mit innerhalb eines Diatrems abgelagerten Schlacken zu tun.
Die Schlacken werden von zahlreichen Basaltintrusionen durchdrungen (Abb. 16).
Abb. 15: Detail im Aufschluss am Kleinen Kulm. Zum Vergrößern ins Bild klicken.
Abb. 16: Aufschluss Kleiner Kulm. Gesamtansicht.
Fahren Sie mit der Maus über das Bild, um die Kennzeichnung der Basaltintrusionen einzublenden.
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Abb. 17: Blick vom Kleinen Kulm auf seinen sehr viel größeren Bruder, den Rauhen Kulm.
Haltepunkt 3: Dreieinigkeitskirche
Die Stadtkirche ist die evang.-luth. Dreieinigkeitskirche. Sie geht zurück auf die Gründung des Karmeliterklosters 1413. Durch die Reformation wurde sie 1527 zu einer lutherischen Pfarrkirche, im Dreißigjährigen Krieg bis auf den spätgotischen Kern zerstört. Anfang des 18. Jahrhunderts (1708-1720) begann man mit dem Wiederaufbau mit einer barocken Ausstattung.
Von der spätgotischen Klosterkirche ist die Decke des Chorraumes erhalten. Die Gewölberippen stammen jedoch von der Barockisierung der Kirche. Die Stuckkanzel und Deckenstuck mit markgräflichem Wappen im Chorraum stammen von dem italienischen Stuckateur Bernardo Quadri (1708). Dieser hatte seinerzeit in vielen Kirchen und Schlössern in der Markgrafschaft Bayreuth-Kulmbach für den Stuck gesorgt.
Besonders erwähnenswert sind weiterhin der Altar (1720), der Taufstein von Johann Georg Brenck mit Stifterwappen (1668) und Grabmale (z.T. aus Wunsiedler Marmor; 15.-18. Jh.) im Chorraum. Viele weitere Informationen und Bilder auf der Webseite www.markgrafenkirchen.de.
Abb. 18: Die Dreieinigkeitskirche in Neustadt am Kulm
Haltepunkt 4: Felsenkeller am Sandbergweg
Am oberen Ende des Sandbergwegs liegen rechts mehrere Felsenkeller. Der linke von ihnen ist frei zugänglich. Vor dem Eingang befindet sich eine Informationstafel.
Die Felsenkeller am oberen Ende des Sandbergweges liegen in den Sandsteinen des Mittleren Keupers. Sie werden der Löwenstein-Formation (Unterer Burgsandstein) zugeordnet.
Die Sandsteine sind fein- bis grobkörnig, weißgrau, grauweiß, grüngrau, gelbbraun, gebankt bis plattig, lokal sind sie teilweise kieselig gebunden. Eingeschaltet sind rote, rotbraune und grüngraue Tonsteine. Gut in den Kellern erkennbar ist das leichte Schichteinfallen. Besonders im rechten Kellergang ist an der linken Wand zu erkennen, dass die Sandsteine in Erosionsrinnen abgelagert wurden.
Abb. 19: Die Schichtstufe aus Sandsteinen der Löwenstein-Formation am sogenannten Sandberg am Fuße des Rauhen Kulms. Die "Höhle" im oberen Bildbereich geht auf einen ehemaligen Keller zurück, der durch Abbau des Sandsteins nur noch rudimentär vorhanden ist.
Abb. 20: Eingang zum Felsenkeller mit Informationstafel.
Abb. 21: Kellerplan (Umzeichnung von der Informationstafel vor dem Keller).
Auf dem weiteren Weg (dem Weg am Ende des Sandbergweges weiter folgen) sind rechts große Vertiefungen im Gelände zu sehen. Sie stammen von ehemaligen Sandabbauen. Daher auch der Name Sandberg.
Haltepunkt 5: Am Fuß der Blockhalde
br> Am Fuß der Blockhalde erläutert eine Informationstafel des Geoparks die kleinklimatischen Effekte, die mit einer solchen Blockhalde verbunden sind. Warum kommt es im späten Winter im oberen Haldenbereich zu Warmluftaustritten? Warum im Sommer am Haldenfuß zu Kaltluftaustritten? Lassen Sie sich vor Ort informieren.
Abb. 22: Die beeindruckende Blockhalde des Rauhen Kulms.
Für den weiteren Weg ca. 50 Meter zurück gehen und nach rechts einbiegen. Wir befinden uns auf dem ehemaligen Fußweg zum Bahnhof Neustadt - Kemnath. Der Weg stößt nach 200 Metern auf einen Querweg; hier rechts abbiegen. Der Weg verläuft jetzt auf der ehemaligen Rollbahn, über die vor mehr als 100 Jahren Basalt aus dem Steinbruch auf der Nordostseite des Kulms abtransportiert wurde. Zur Herstellung des noch deutlich erkennbaren Damms hat man sich der Basaltsteine der ehemaligen Wallanlage bedient bzw. diesen überbaut.
Der Weg führt direkt zum ehemaligen Steinbruch.
Haltepunkt 6: Alter Steinbruch
Am alten informiert eine Schautafel des Geoparks über die geologische Situation. Der Steinbruch wurde gangförmig in Richtung Kulm vorangetrieben. In den Abbauwänden kann man eine vulkanische Brekzie erkennen (Diatrembrekzie; siehe oben). Bemerkenswert sind die in die Brekzie eingedrungenen Basalte, in denen sich schlanke Säulen abzeichnen. Es ist davon auszugehen, dass der Abbau im Steinbruch einem massiven Basaltgang galt. Von diesem ausgehend, haben sich einzelne Apophysen weiter in die Brekzien vorgearbeitet.
Weitere Infos über die Schautafel.
Abb. 23: Basalt-Apophyse in der Abbauwand im alten Steinbruch auf der Nordostseite des Rauhen Kulms.
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Die Fortsetzung des Weges führt nun zur archäologischen Ausgrabung. Hier verweisen wir auf die obigen Ausführungen zur Historie. Funde aus den Ausgrabungen der letzten 20 Jahre sind in der Ausstellung im Kulmhaus (Kulmterrasse) zu sehen.
Abb. 24: Archäologische Ausgrabungen am Rauhen Kulm in einem 360°-Bild.
Zum Aufrufen in die Abbildung klicken.
Der weitere Weg führt über den "einstmaligen Steig" (so bezeichnet in der Karte von Neischel) imposant durch die Blockhalde (markiert als Main-Mies-Weg). Hier sollte man mit besonderer Vorsicht hinaufsteigen.
Der Weg führt im mittleren Abschnitt durch die Ausgrabungen an der zweiten Burganlage, an die allerdings wenig erinnert. Zwischen den aufgetürmten Steinmassen kann man rechts des Weges stark aufgelöste Basaltsäulen erkennen.
Abb. 25:Ausgrabungsareal im mittleren Bereich des Anstiegs zum Rauhen Kulm. Dort kann man zwischen den Gesteinsanhäufungen der Ausgrabung den anstehenden Basalt und aufgelöste Säulen erkennen.
Der weitere Weg führt hinauf zum Aussichtsturm mit einem herrlichen Rundumblick. Anschließend geht es über den Westweg zurück nach Neustadt am Kulm.
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Stichworte
Vulkanismus, Rauher Kulm, Diatremvulkan
Zusammenfassung
![]() | Kategorie: Wanderung | |
![]() | Strecke: ca. 5 Kilometer | |
![]() | Höhenunterschied: 170 Meter | |
![]() | Rundweg |
Besuchen Sie das Geotop Steinbruch Dobertshof
GPS: 49.81308, 11.82609
1,5 km südwestlich Neustadt am Kulm (nordwestlich der Straße St 2168 Richtung Speinshart.
Besuchen Sie die Geopark-Infostelle im Kulmhaus/Kulmterrasse. Dort finden Sie auch eine Ausstellung zu den archäologischen Ausgrabungen am Kulm.
Weitere Hintergrundinfos
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Geologische Karte (Bayernatlas)
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Erreichbarkeit mit dem PKW
Anfahrt über die Staatsstraße 2168 von Kemnath oder von Speinshart. Parken am Parkplatz am Kulmhaus (Kulmterrasse).
Erreichbarkeit mit ÖPNV
Anreise mit der Bahn bis zum Bahnhof Kemnath-Neustadt an der Bundesbahnstrecke Weiden - Kirchenlaibach (Bayreuth). Busverbindung der RBO Regionalbus Ostbayern GmbH auf der Strecke Kemnath - Eschenbach (Linie 8554). Haltestelle in Neutstadt am Kulm.
Vom Bahnhof Kemnath-Neustadt führt ein beschildeter Wanderweg zum Rauhen Kulm.
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